Die lange Nacht der Kirchen in Wien

Ökumenische Gebetsstunde im Stephansdom – „Ein Feuer, das die Herzen erleuchtet“

Wien (epd Ö) “In dieser ökumenischen Nacht geht es in erster Linie um Begegnung“. So beschrieb der Wiener Superintendent Mag. Hansjörg Lein in der Ökumenischen Gebetsstunde zur Eröffnung der Langen Nacht der Kirchen am 10. Juni das Ziel des umfassenden Veranstaltungsprogramms, das kurz vor 18 Uhr mit einem zehnminütigen Glockengeläut in ganz Wien begonnen hatte. In insgesamt rund 190 Wiener Kirchen fanden mehr als 1200 Gottesdienste und andere Veranstaltungen verschiedenster Art bis in die frühen Morgenstunden statt. In dem ökumenischen Wortgottesdienst mit den VertreterInnen der christlichen Kirchen Wiens im überfüllten Stephansdom sagte der Superintendent: „Ich wünsche uns von Herzen ein Feuer, das unsere Herzen erwärmt und erleuchtet, nicht nur in dieser Nacht.“

Der römisch-katholische Bischofsvikar Karl Rühringer sprach von der gemeinsamen Verantwortung der Ökumene, mit der Botschaft von Jesus Christus die Erfüllung der Sehnsüchte der modernen Menschen anzubieten. Auch Bischofsvikar Chorepiskopus Dr. Emanuel Aydin von der Syrisch-orthodoxen Kirche kritisierte den Zeitgeist, der bei vielen Menschen zu Streit und Depressionen führe, und erklärte: „Jeder Mensch muss sich entscheiden, die Finsternis zu lieben oder das Licht.“ Es lohne sich, zum Heil Christi zu kommen.

„Kirchtürme verweisen auf die göttliche Berufung des Menschen“

Der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Dr. Nicolae Dura ging in seiner Ansprache auf die Kirchengebäude ein und bezeichnete sie als „Ring zwischen Himmel und Erde“. Kirchtürme sind für Dura „wie irdische Finger, die unsere göttliche Berufung zeigen möchten.“ Kardinal Dr. Christoph Schönborn sprach in seinen Segensworten, die der griechisch-orthodoxe Metropolit Erzbischof Dr. Michael Staikos mit einem Sendungsgebet eingeleitet hatte, die Bitte aus, „dass diese lange Nacht für die Menschen, die in dieser Stadt leben, zum Segen werde“.

Auch zahlreiche andere Kirchenvertreter sprachen Fürbitten, darunter Superintendent Lothar Pöll von der Evangelisch-methodistischen Kirche. Der reformierte Oberkirchenrat Mag. Thomas Hennefeld war auf Grund einer Veranstaltung in seiner Pfarrgemeinde verhindert. Seine Fürbitten verlas die Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Oberin Prof. Christine Gleixner. Ein Vaterunser in aramäischer Sprache wurde von einer Diakonin der Syrisch-orthodoxen Kirche gesungen.

Musikalisch gestalteten den Gottesdienst der Albert-Schweitzer-Chor und die capella lutherana unter der Leitung von Landeskantor Matthias Krampe sowie ein rumänisch orthodoxer Chor mit Erzdiakon Viktor Schilowsky als Solist. Die Orgel spielten Sybille von Both und Domkapellmeister Johannes Ebenbauer.

ISSN 2222-2464