„Brückenbauerin“ – Abschiedsfest für Susanne Heine

Feier anlässlich der Emeritierung der praktischen Theologin – Oberkirchenrätin Reiner: „Sie lehrt nicht nur Seelsorge, sondern ist Seelsorgerin“

Wien (epd Ö) – Susanne Heine habe sich um das Verstehen des Glaubens bemüht. Sie möge ihre Offenheit für „das Fragende und Fragwürdige“ behalten. Das wünschte Bischof Michael Bünker der Leiterin des Instituts für Praktische Theologie und Religionspsychologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, Univ.-Prof. Susanne Heine, die mit 1. Oktober emeritiert wurde. Bei einer Feier anlässlich der Emeritierung der Theologin am 30. September im Innenhof der Reformierten Stadtkirche in Wien, zu der die Fakultät und das Institut geladen hatten, dankte auch Oberkirchenrätin Hannelore Reiner der Praktischen Theologin für ihr vielfältiges Engagement innerhalb der Evangelischen Kirche, in der sie zur „Brückenbauerin“ geworden sei. Susanne Heine, so Reiner, „lehrt nicht nur Seelsorge, sondern ist in vielfacher Weise Seelsorgerin“.

 

Als eine „sehr profilierte Figur“ bezeichnete der Dekan der Fakultät, James Alfred Loader, die Universitätslehrerin. Loader unterstrich, Heine verlasse die Fakultät nicht, die Emeritierung versetze sie lediglich in ein „anderes Verhältnis“ zur Fakultät. Dass Susanne Heine bei ihrer Tätigkeit in zahlreichen Universitätsgremien, aber auch im interreligiösen Gespräch mit dem Islam Brücken gebaut habe, hob der Vorsitzende des Universitätsrates Max Kothbauer in seinem Grußwort hervor.

 

Eine „Wissenschaftlerin mit einer menschlichen Gesinnung und mit einem freundlichen Gesicht“ nannte der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich Professor Anas Schakfeh die scheidende Professorin. Heine bemühe sich, ihren Glauben zu leben im Umgang mit den anderen Menschen. „Bei ihr findet man Nächstenliebe gegenüber allen Menschen, wie es Jesus gelehrt hat“, erklärte Schakfeh.

 

Heine: Theologie ist „Schlüssel zu unserer Kultur“

 

Im Namen der MitarbeiterInnen des Instituts für Praktische Theologie und Religionspsychologie dankte Assistent Herman Westerink bei der von Heines ehemaliger Assistentin Vikarin Marianne Pratl moderierten Veranstaltung der Universitätslehrerin für die gute Atmosphäre in der Zusammenarbeit und hob ihre Führungsqualität hervor. Westerink überreichte Heine das neue Buch „Gottessuche – Erdenschwere“ mit ihren Aufsätzen. Studierende dankten ebenfalls und überreichten ihrer scheidenden Professorin symbolische Geschenke.

 

In ihren Dankesworten ging Heine auf die Frage der Berechtigung der Theologie an der Universität ein. Evangelische Theologie, so Heine, sei eine „Denkschule“, die keine Denkverbote kenne. Insgesamt sei Theologie der „Schlüssel zu unserer Kultur“. So sei etwa die Entwicklung von bildender Kunst und Musik ohne die biblische Tradition nicht denkbar.

ISSN 2222-2464