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Bischof Sturm auf der Synode: Österreichische Kirchen haben zur Schulreform gemeinsame Positionen

Warnung vor Personenkult in der Kirche

Wien, 18. Mai 2005 (epd Ö) – Die Ermöglichung einer umfassenden Bildung, die Garantie des Religionsunterrichts im Rahmen des Bildungsauftrages der Gesellschaft und die Erhaltung der konfessionellen Schulen mit ihrem besonderen Profil und pädagogischen Programm sind die gemeinsamen Positionen der österreichischen Kirchen zum Thema Schulreform. Das stellte Bischof Mag. Herwig Sturm in seinem Bericht vor der Synode A.B. am 17. Mai im Wiener Albert-Schweitzer-Haus fest. Sturm bedauerte, dass die Evangelische Kirche zu dem Gespräch über die Schulreform zwischen Kardinal Dr. Christoph Schönborn und Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel nicht eingeladen war. Zur Situation der Ökumene in Österreich sagte Sturm, anlässlich des Todes von Papst Johannes Paul II. und der Wahl Kardinal Joseph Ratzingers zu Papst Benedikt XVI. habe sich gezeigt, „wie groß der Durst nach geistlicher Erfahrung und der Hunger nach geistlicher Leitung ist“. Es sei aber auch die Gefahr des Personenkults in der Kirche deutlich geworden. „Meiner Meinung nach ist es eine ökumenische Aufgabe, dass in der Lehre und im Leben unserer Kirche nicht wir Menschen, sondern der dreieinige Gott im Mittelpunkt steht“, so der Bischof. Sturm wies auch darauf hin, dass an diesem Punkt die Kritik der Evangelischen Kirche im ökumenischen Gespräch notwendig sei.

Dank an hauptamtliche und ehrenamtliche MitarbeiterInnen

Mit Blick auf die in diesem Jahr bevorstehenden Wahlen in die Gremien der Evangelischen Kirche sagte Sturm: „Wir vertrauen auf Gottes Geist, wenn wir Menschen ersuchen, dass sie für die kommenden sechs Jahre in unseren Gremien ihre Gaben einsetzen und Verantwortung übernehmen.“

In seinem Bericht dankte der Bischof „den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die nach einer oder mehreren Perioden als Gemeindevertreter und Presbyter, in den Superintendentialversammlungen und in der Synode mit dieser Funktionsperiode ihre Funktion beenden“. Ohne diesen Dienst und dieses Engagement, so Sturm, würde die Evangelische Kirche nicht bestehen, „jedenfalls nicht in diesem Umfang und in dieser Gestalt“. Der Bischof dankte auch den Pfarrerinnen und Pfarren „für ihren so vielfältigen, herausfordernden und schwer zu begrenzenden Dienst“, ebenso allen LektorInnen und ReligionslehrerInnen. „Sie und alle anderen hauptamtlichen und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen repräsentieren unsere Kirche unter den Menschen, in der Ökumene, in der Öffentlichkeit“, sagte Sturm.

Kritik an evangelischen Regierungsmitgliedern

In der anschließenden Diskussion wurde von mehreren Synodalen Kritik geübt, dass die Evangelischen Kirchen bei den Feierlichkeiten zum Staatsvertragsjubiläum ungenügend beteiligt worden seien. In diesem Zusammenhang erklärte Synodenpräsident RA Dr. Peter Krömer, dass die evangelischen Mitglieder der Bundesregierung bei römisch-katholischen Gottesdiensten im Stephansdom aufgetreten seien, „aber wenn die Evangelischen Kirchen zu einer Gedenkfeier einladen, glänzen diese Personen durch Abwesenheit“. Demgegenüber wies Oberkirchenrat MMag. Robert Kauer darauf hin, dass auch die Evangelischen Kirchen das Gespräch mit evangelischen Politikern auf Bundesebene nicht suchten.

ISSN 2222-2464