Bischof Chalupka: Wegweisende Beispiele für Klimagerechtigkeit

"Gott überlässt Menschen nicht ihrem Schicksal, sondern geht mit ihnen eine Beziehung ein." Michael Chalupka bei seinem zweiten Gottesdienst als Bischof in Hainburg. Foto: epd/T. Dasek
"Gott überlässt Menschen nicht ihrem Schicksal, sondern geht mit ihnen eine Beziehung ein." Michael Chalupka bei seinem zweiten Gottesdienst als Bischof in Hainburg. Foto: epd/T. Dasek

Gemeindebesuch des neuen evangelisch-lutherischen Bischofs in Hainburg an der Donau

Hainburg (epdÖ) – „Es war mein Wunsch, meine Amtszeit als Bischof der Evangelisch-lutherischen Kirche in Österreich in Gemeinden zu beginnen, die sich exemplarisch für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einsetzen“, betont der neue Bischof Michael Chalupka. Am Sonntag stand nun der zweite exemplarische Gemeindebesuch auf dem Programm: Chalupka feierte Gottesdienst mit der evangelischen Gemeinde in der Martin-Luther-Kirche in Hainburg an der Donau, einer Pfarrgemeinde, die sich besonders um das Thema Nachhaltigkeit bemüht.

Frage der Gerechtigkeit

In seiner Predigt sprach der neue Bischof von einem „Gott des Lebens, der den Kreislauf des Lebens achtet und bewahrt“. Er überlasse nicht Menschen ihrem Schicksal, sondern gehe mit allen Geschöpfen eine Beziehung ein. „Im Bunde Gottes zu sein heißt jedoch nicht, die Hände in den Schoß legen zu dürfen und den lieben Gott einen guten Mann oder eine gute Frau sein zu lassen, die es für uns schon richten wird“, unterstrich der Bischof. Vielmehr übertrage Gott den Menschen als Teil der Schöpfung Verantwortung, die Welt zu „gestalten, bebauen und bewahren“. In der Gemeinschaft alle jener, die in der Schöpfung stehen, „sorgt man füreinander und beutet einander nicht aus“. Letztlich sei die Frage des Umgangs mit der Schöpfung immer auch eine Frage der Gerechtigkeit, ist der neue Bischof überzeugt. „Fünf vor zwölf“ sei „keine Zeit der Verzweiflung, sondern Zeit der Umkehr“, meinte Chalupka. Das heiße nicht, „in Panik auf dem Absatz kehrt zu machen“, sondern im Vertrauen auf Gott den Weg mit ihm zu gehen: „Gott lässt uns nicht allein, er behütet und bewahrt uns, er hält immer wieder Überraschungen für uns bereit.“

Gemeinschaftsgarten, E-Auto und Veranstaltungen ohne Plastik

Die Beispiele, in denen Christinnen und Christen Verantwortung übernehmen und vor Ort Initiativen für weltweite Klimagerechtigkeit starten, seien „wichtig und wegweisend, dafür möchte ich Ihnen danken“, sagte der Bischof zu den Mitfeiernden in Hainburg. Kuratorin Christine Wogowitsch führte aus, wo sich sich die evangelische Pfarrgemeinde Bruck an der Leitha / Hainburg konkret für Nachhaltigkeit einsetzt: Ein Gemeinschaftsgarten, der künftig Nutzen für alle bringen soll, ein E-Auto, das mit anderen geteilt wird, nachhaltige Sanierungsmaßnahmen, ein Nützlingshaus im Pfarrgarten und Gemeindeveranstaltungen ohne Plastik sind nur einige Beispiele. Wichtig ist Wogowitsch dabei auch das soziale Engagement. So unterstützt etwa die Pfarrgemeinde eine Therapie, die ein Mädchen mit Einschränkungen benötigt. Generell, so die Kuratorin, sei Bewusstseinsbildung wichtig, „damit wir die Ressourcen auch teilen“, und die Bereitschaft, „über den Tellerrand hinauszuschauen“.

Gestaltet wurde der Gottesdienst in der mittlerweile weit über Österreich hinaus bekannten Coop-Himmelb(l)au-Kirche von Pfarrer Jan Magyar gemeinsam mit Lektorinnen und MitarbeiterInnen der Pfarrgemeinde, Grußworte sprachen auch der römisch-katholische Stadtpfarrer Othmar Posch und Vizebürgermeisterin Silvia Zeisel. Im Anschluss an den Gottesdienst trafen einander die Umweltbeauftragten der benachbarten Diözesen zum Austausch, über naturnahe Gärten informierte ein Stand der NÖ-Aktion „Natur im Garten“.

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ISSN 2222-2464