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Bilaterale Gespräche zwischen den evangelisch-lutherischen Kirchen in Italien und Österreich

Als Minderheitskirchen haben beide Gemeinsamkeiten

Wien (epd Ö) – „Unsere Kirchen haben viele Gemeinsamkeiten, weil beide Minderheitskirchen sind“, sagte Dekan Jürgen Astfalk von der Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien (ELKI) am vergangenen Montag in Wien. Erstmalig gab es zwischen der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich und der ELKI bilaterale Gespräche beider Kirchenleitungen. Angereist waren Synodenpräsident Franco Negri und Astfalk, der die ELKI nach außen vertritt. Ziel der Gespräche sei es, die Partnerschaft zwischen beiden Kirchen zu intensivieren, so Astfalk. „Wir können aber nicht als gleichwertiger Partner auftreten, denn im Vergleich zu Österreich ist unsere Kirche ein kleines Dorf.“

Bischof Mag. Herwig Sturm betonte, dass die Zusammenarbeit im Lutherischen Weltbund (LWB) für beide Kirchen wichtig sei: „Innerhalb des LWB wird über eine Neustrukturierung der Regionen in Europa nachgedacht. Da müssen die Minderheitskirchen als eine Gruppe gesehen werden und zusammenarbeiten.“ Hier seien die strukturellen Gemeinsamkeiten stärker zu bewerten als regionale Argumente.

Arbeitsprogramme austauschen

„Vieles läuft in unseren Kirchen parallel, wie etwa die Diskussion der Theologie des geistlichen Amtes“, so der juristische Oberkirchenrat MMag. Robert Kauer. So sei es „hilfreich“, wenn gemeinsame Arbeitsgruppen entstünden und Arbeitsprogramme ausgetauscht würden. „Das regionale Crossover ist ganz wichtig“, betonte Oberkirchenrat Dr. Michael Bünker. Dies geschehe bereits jetzt, wenn die Pfarrkonferenz von Salzburg und Tirol im italienischen Spinges tage: „Es gibt Regionen, die gehören einfach zusammen.“ Auch Themen wie etwa die Zulassung zum Abendmahl oder die Frage der Homosexualität „gehen beide Kirchen etwas an und werden von beiden Kirchen bearbeitet“. Hier könne ein Erfahrungsaustausch beginnen. Der stellvertretende juristische Oberkirchenrat, Sektionschef i.R. Dr. Raoul Kneucker, regte an, die internationalen Beziehungen durch den Austausch von Stellungnahmen und die gemeinsame Erarbeitung von Positionspapieren „zu intensivieren“. Auch die gegenseitige Einladung zu den Synoden sei denkbar.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien hat 7000 Gemeindeglieder in zwölf Gemeinden und 1500 überwiegend ehrenamtliche MitarbeiterInnen. Weitere Informationen zur ELKI gibt es auf www.kalme.net.

ISSN 2222-2464