Amrum: Trauergottesdienst für Sebastian aus Baden

Mit einem Trauergottesdienst nahmen rund 150 BewohnerInnen und UrlauberInnen auf Amrum Abschied vom 10-jährigen Sebastian. (Foto: Michaela Schöllhorn/pixelio.de)
Mit einem Trauergottesdienst nahmen rund 150 BewohnerInnen und UrlauberInnen auf Amrum Abschied vom 10-jährigen Sebastian. (Foto: Michaela Schöllhorn/pixelio.de)

Pfarrerin Heinecke: „Wir spüren die Hilflosigkeit in unseren Herzen“

Amrum (epdÖ) – Mit einer bewegenden Gedenkfeier haben Einheimische und Urlauber auf der Nordseeinsel Amrum am Sonntag Abschied von dem zehnjährigen Sebastian W. aus Baden in Niederösterreich genommen. Der Bub war vor einer Woche beim Spielen im Sand verschüttet worden. „Wir spüren die Hilflosigkeit in unseren Herzen“, sagte die Pfarrerin der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde St. Clemens, Friederike Heinecke, bei dem Gottesdienst.

Der Trauergottesdienst, zu dem etwa 150 Menschen kamen, sollte eigentlich in der Nähe des Piratenschiffs stattfinden, an dem Sebastian das Loch gegraben hatte, in dem er schließlich erstickte. Wegen eines schweren Gewitters wurde die Gedenkfeier aber in die Kapelle in Wittdün verlegt.

In der Nähe der Unglücksstelle wurden anschließend Blumen abgelegt, die die Menschen zum Gottesdienst mitgebracht hatten. Die Stelle an dem Strandübergang solle zu einem Erinnerungsort für Sebastian werden, sagte Heinecke. Dort wurde auch eine Flagge angebracht mit dem „S“ aus dem Schiffsmorsealphabet, einem blauen Rechteck, als Erinnerung an den so tragisch verunglückten Buben.

Kinder und ihre Eltern brachten zudem die direkt an dem Piratenschiff in den vergangenen Tagen niedergelegten Erinnerungsstücke wie Bilder, Briefe, Spielzeug und Kerzen zu der neuen Gedenkstelle. „Wir alle sind sehr erschrocken gewesen, dass ein Kind so tief buddeln kann und sich damit selbst in Gefahr bringt“, hob die Pfarrerin hervor.

Die Kirchgemeinde hatte die Veranstaltung bewusst um 18 Uhr angesetzt. Das war die Uhrzeit, zu der Sebastian vor einer Woche zu seinen Eltern hätte zurückkehren sollen. Er war zunächst als vermisst gemeldet worden. Heinecke sprach von einer „Unsicherheit“, die über Tage auf der Insel geherrscht habe.

Die Pfarrerin dankte am Sonntag auch allen Feuerwehrleuten und Polizisten für ihren Einsatz. Sie habe mit den Eltern von Sebastian gesprochen, berichtete Heinecke. Diese hätten sich sehr für die Hilfsbereitschaft bedankt.

Auch der Hamburger katholische Erzbischof Werner Thissen hatte seine Anteilnahme am Tod des Sebastians bekundet. „Traurig macht mich auch, dass der Junge beim vermeintlichen unbeschwerten Spielen am Strand im Urlaub verunglückt ist“, schrieb Thissen in einem am Donnerstag veröffentlichten Kondolenzbrief an den Honorarkonsul Österreichs in Hamburg. „Ich bin mir sicher, auch Gott leidet bei diesem Unglück mit.“ Der Schmerz sei ihm nicht egal. „Er wird einmal alle Tränen abwischen“, so Thissen. Auch wenn jetzt der Schmerz alles überlagere, wünsche er Sebastians Angehörigen, dass sie Trost finden.

Nach einer großangelegten Suche hatten Helfer die Leiche des Zehnjährigen am Mittwoch gefunden. Den entscheidenden Hinweis auf den Verbleib des Buben gab das Foto eines Touristen. Es zeigt den Zehnjährigen beim Graben an genau jener Stelle, wo er tot gefunden wurde. Mit einem Trauergottesdienst nahmen rund 150 BewohnerInnen und UrlauberInnen auf Amrum Abschied vom 10-jährigen Sebastian. (Foto: Michaela Schöllhorn/pixelio.de)

ISSN 2222-2464