Altbischof Herwig Sturm wurde 75

Herwig Sturm war unter anderem Superintendent, Bischof und Vorsitzender des Ökumenischen Rats der Kirchen in Österreich. Am 15. August feierte er seinen 75. Geburtstag. Foto: epd/Uschmann
Herwig Sturm war unter anderem Superintendent, Bischof und Vorsitzender des Ökumenischen Rats der Kirchen in Österreich. Am 15. August feierte er seinen 75. Geburtstag. Foto: epd/Uschmann

Engagierter Seelsorger, Ökumeniker und Netzwerker

Wien (epdÖ) – Der ehemalige Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich und Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Herwig Sturm, feierte am Dienstag, 15. August, seinen 75. Geburtstag. Sturms Amtsperiode als lutherischer Bischof (1996–2007) war vor allem geprägt von der Vertiefung der ökumenischen Beziehungen. Den ÖRKÖ-Vorsitz führte er von 2006 bis 2009. Nach wie vor ist er im Bereich der Ökumene engagiert.

In seine Zeit als Bischof und als Vorsitzender des ÖRKÖ fiel die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung in Graz (1997), die Erarbeitung der Charta Oecumenica (2001) und des Ökumenischen Sozialwortes (2003) sowie die engagierte und viel beachtete Beteiligung der österreichischen Delegation an der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu/Hermannstadt (2007). Bischof Sturm suchte aber auch bewusst den Kontakt zu den Nachbarkirchen, zum Lutherischen Weltbund und zur Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE).

Bereits als Kärntner Superintendent (1988–1995) war das Eintreten für Minderheiten, speziell für Migranten, ein großes Anliegen Herwig Sturms. Wichtige Themen waren für ihn der kirchliche Organisationsprozess „Offen evangelisch“, Spiritualität ebenso wie eine „Wirtschaft im Dienst des Lebens“ oder der Aufbau der Evangelischen Notfallseelsorge. Das Eintreten für Minderheiten wurde in Sturms Amtszeit „so etwas wie ein Markenzeichen der Evangelischen Kirche“, resümierte einmal Sturms Nachfolger als lutherischer Bischof, Michael Bünker.

Sturms Übergang in den Ruhestand verlief gleitend. 2007 erfolgte zwar seine offizielle Pensionierung als Geistlicher der Evangelischen Kirche, er war aber in der Folge noch im ÖRKÖ aktiv und ist bis heute als Seelsorger in evangelischen Pfarrgemeinden im Einsatz.

Biographische Notizen

Herwig Sturm wurde als drittes Kind des ehemaligen Superintendenten von Salzburg-Tirol, Emil Sturm, am 15. August 1942 im niederösterreichischen Lilienfeld geboren. Nach dem Studium der Evangelischen Theologie in Wien, Heidelberg und Zürich wurde Sturm 1966 in Zell am See und im Jahr darauf in Lienz Vikar. 1968 wurde er in der Lutherischen Stadtkirche ins geistliche Amt ordiniert. Von 1968 bis 1980 wirkte Sturm als Pfarrer in Lienz und nebenberuflich als Militärpfarrer. 1980 nahm er eine Pfarrstelle an der Klagenfurter Christuskirche an, 1988 wurde er Superintendent von Kärnten und Osttirol.

Im Oktober 1995 schließlich wurde Herwig Sturm zum Bischof der Evangelischen Kirche A.B. gewählt, er hatte dieses Amt von 1996 bis 2007 inne. In den Funktionsperioden 2006–2007 und 2008–2009 war Herwig Sturm Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ).

Für seine Verdienste wurde Sturm u.a. mit dem „Großen Goldenen Ehrenzeichen mit dem Stern“ der Republik Österreich und mit der „Elisabeth-Medaille“ der Caritas ausgezeichnet.

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ISSN 2222-2464