Wien: Generalsanierung des Lutherhofes

Sponsoren gesucht – Nach der Sanierung soll der Gebäudekomplex als Kultur- und Kommunikationszentrum genutzt werden

Wien, 12. Mai 2004 (epd Ö) Die Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Wien-Währing lädt am Donnerstag, 13. Mai, um 19.30 Uhr in der Martinstraße 25, 1180 Wien, zu einem Informationsabend anlässlich der Generalsanierung der Lutherkirche und des Lutherhofes. Um nach der Sanierung den ganzen Gebäudekomplex als Kultur- und Kommunikationszentrum zwischen Kirche, Gesellschaft und Wirtschaft nutzen zu können, versucht die Gemeinde, bei dieser Veranstaltung auch Spendengelder zu generieren.

„Aufgrund der schweren Beschädigungen während des zweiten Weltkrieges und der mangelhaften Renovierung danach steht die Lutherkirche knapp vor dem Verfall“, berichtet Ernst Berger, Presbyter der evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Wien-Währing. Angesichts der zerbröckelnden Fassade hat sich die Baupolizei eingeschaltet und einen Sanierungsauftrag mit Wiederherstellungstermin erteilt. Der Leistungsumfang laut Ausschreibung beträgt ca. zweieinhalb bis drei Millionen Euro. „Es ist uns unmöglich, die Summe selbst aufzubringen. Deshalb bitten wir alle, uns mit Spenden jeder Art zu unterstützen“, ersucht Pfarrer Mag. Manfred Schreier die Bevölkerung um Mithilfe. Natürlich werden auch die Förderungen der öffentlichen Hand in Anspruch genommen. Dazu muss jedoch die Pfarrgemeinde zumindest ein Drittel der Ausschreibungssumme aus Eigenmitteln finanzieren. Aus diesem Grund sucht die Pfarrgemeinde Bausponsoren und Einzelspender.

Die Neugestaltung der Lutherkirche sowie die Ausschreibung hat Architekt Dipl. Ing. Johann Konvicka gemeinsam mit dem Presbyterium übernommen. Nun gilt es, Sponsoren, die die Sockelfinanzierung tragen, zu finden. Aus diesem Grund will die Gemeinde mit dem ersten Informationsabend vor allem Gewerbetreibende aus dem Bauwesen ansprechen.

Die Lutherkirche ist Wiens erste evangelische Kirche, die bei ihrer Errichtung im Jahr 1898 einen Kirchturm besitzen durfte. Unter dem Namen „Evangelische Kaiser Franz Josef Regierungsjubiläumskirche“ am ersten Adventsonntag 1898 eingeweiht, wurde sie nach dem ersten Weltkrieg auf „Lutherkirche“ umbenannt. Heute besteht der Gebäudekomplex des Lutherhofes aus Lutherschule, evangelischem Kindergarten, Pfarrhaus und der Lutherkirche. Mit der nun beginnenden Sanierung der Lutherkirche soll der ganze Gebäudekomplex zukünftig als Kultur- und Kommunikationszentrum zwischen Kirche, Gesellschaft und Wirtschaft genutzt werden. Im Weiteren engagiert sich der Lutherhof für soziale Projekte wie die Beschäftigung von Behinderten oder die Flüchtlingsbetreuung. „Natürlich ist die Lutherkirche und der Lutherhof nicht so bekannt wie der Stephansdom, jedoch ist sie ein wichtiges Baudenkmal und Symbol für ein friedliches Nebeneinander der christlichen Konfessionen“, betont Pfarrer Mag. Manfred Golda.

ISSN 2222-2464