Wien: Ausstellung ermutigt zu Auseinandersetzung mit dem Tod

Die Ausstellung "Ein Koffer für die letzte Reise" ist vom 29. März bis 26. April jeweils von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Foto: Barbara Lang
Die Ausstellung "Ein Koffer für die letzte Reise" ist vom 29. März bis 26. April jeweils von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Foto: Barbara Lang

Neuer und ungewohnter Zugang zum tabuisierten Thema Vergänglichkeit

Wien (epdÖ) – Zu einer bewussten Auseinandersetzung mit dem Tod lädt die Wanderausstellung „Ein Koffer für die letzte Reise“ im Wiener Museumsquartier ein. Die Schau zeigt, was Menschen in einen 47 x 35 x 17 Zentimeter großen Koffer vor der letzten Reise ins Jenseits symbolisch oder ganz real einpacken würden. „Sie führt so an die Schwelle zum letzten Augenblick und ist eine offene, multikulturelle Auseinandersetzung mit dem Tod und Lebenswerten“. Das erklärte die Projektverantwortliche Barbara Lang, die auf die problematische Tendenz zur Tabuisierung des Todes in der Gesellschaft hinwies. Koffer packten für dieses Projekt neben Vertretern der großen Weltreligionen auch Prominente wie Katharina Stemberger oder Toni Innauer.

Die Inhalte der Koffer seien so individuell wie die Kofferpacker selbst, aber stets mit Erinnerungen und Gefühlen verbunden, sagte Lang. Als Vertreter der Weltreligionen haben der Wiener Dompfarrer Toni Faber, der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker, der Präsident der Österreichischen Buddhistischen Gesellschaft, Gerhard Weißgrab, Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg und als Vertreterin der Islamischen Glaubensgemeinschaft Carla Amina Baghajati die Koffer gepackt.

Mit der Ausstellung wolle man einen neuen und ungewohnten Zugang zur Vergänglichkeit eröffnen und der Tabuisierung des Themas entgegenwirken. „Über die gewohnte Tätigkeit, einen Koffer zu packen, kommt ein spezieller Bewusstseinsprozess in Gang. Mit dem Packen des letzten Koffers nähert sich der Packer von einer anderen Seite dem Thema Vergänglichkeit“, so Lang. Ziel sei schlussendlich eine multikulturelle und interreligiöse Auseinandersetzung mit Leben, Sterben und Tod.

Die Ausstellung wird von einem vielfältigen Programm umrahmt. Am 21. März wird Dompfarrer Toni Faber gemeinsam mit Bischof Michael Bünker einen ökumenischen Gottesdienst im Stephansdom halten. Die Ausstellungseröffnung erfolgt am 29. März im Beisein der Präsi dentin des Dachverbands Hospiz Österreich, Waltraud Klasnic. Vertieft wird die Thematik im Rahmen einer Podiumsdiskussion am 2. April mit Vertretern der fünf Weltreligionen unter dem Titel: „Umgang mit dem Tod – Verdrängen oder Auseinandersetzen?“.

Künstlerisch umrahmt wird die Ausstellung durch Kabarettabende, Konzerte und musikalische Lesungen. An ausgewählten Tagen finden außerdem Workshops zum Thema statt, viele davon eigens für Kinder und Jugendliche. Führungen können unter gebucht werden. Nähere Informationen zur Ausstellung: teamperspektiven.at/letztereise/koffer7/. Die Ausstellung ist vom 29. März bis 26. April jeweils von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

ISSN 2222-2464