Verhalten nicht mit Pfarrerdienst vereinbar

Molnárs Rücktritt kommt Disziplinarverfahren der Evangelischen Kirche zuvor

Wien, 5. Juni 2002 (epd Ö) Zum Fall des ehemaligen evangelischen Militärseelsorgers Géza Molnár hat der Evangelische Oberkirchenrat A.u.H.B. Stellung genommen. In einem Sexmagazin waren drei Jahre alte Fotos aufgetaucht, die den damaligen burgenländischen Militärpfarrer in „eindeutigen Stellungen“, so das Profil in seiner aktuellen Ausgabe, zeigten. Nach Gesprächen mit seinen Vorgesetzten in der Kirche bzw. beim Militär hatte Molnár am 28. Mai seinen Rücktritt aus allen Funktionen erklärt und sein geistliches Amt niedergelegt. „Er ist damit Privatperson“, so die für die Personalfragen zuständige Oberkirchenrätin, Dr. Hannelore Reiner. Die Kirchenleitung habe sofort nach Bekanntwerden des Vorfalls „prompt reagiert und die nötigen Schritten eingeleitet“, betonte Reiner gegenüber epd Ö.

In der Sitzung des Oberkirchenrates A.u.H.B. am 4. Juni drückte das Leitungsgremium der Evangelischen Kirche seine Bestürzung über den Vorfall aus. Mit dem Dienst als Pfarrer sei das Verhalten Molnárs nicht vereinbar. Durch seine Tätigkeit als Pornodarsteller habe er das Ansehen der Evangelischen Kirche in der Öffentlichkeit beschädigt.

Mit seinem Rücktritt ist Molnár einem kirchlichen Disziplinarverfahren mit drohender Amtsenthebung zuvorgekommen. In ersten Stellungnahmen hat Molnár die Fotos zugegeben: „Ich habe da vor einiger Zeit große machomäßige Dummheiten hinter mir“, so der ehemalige Pfarrer, der nun in die Privatwirtschaft gehen will. Molnár war seit 1990 als Militärseelsorger tätig und stand seit diesem Zeitpunkt in einem Dienstverhältnis zum Österreichischen Bundesheer.

ISSN 2222-2464