Sonntagsruhe: Kirchen und Sozialpartner contra Villachs Bürgermeister

Gemeinsame Resolution unterzeichnet

Klagenfurt (epd Ö) – Entschieden gegen den Plan des Villacher Bürgermeisters Helmut Manzenreiter, an Sonntagen in der Innenstadt die Geschäfte offenhalten zu können, haben sich die Katholische und die Evangelische Kirche sowie Wirtschaftskammer, Gewerkschaft und Arbeiterkammer ausgesprochen. Manzenreiter will die Altstadt zur Tourismusregion erklären lassen, um den Geschäften ein Öffnen an Sonn- und Feiertagen zu ermöglichen.

 

Kärntens Diözesanbischof Alois Schwarz, Superintendent Manfred Sauer, Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher und ÖGB-Präsident Adam Unterrieder sowie Vertreter von Arbeiterkammer und Privatangestelltengewerkschaft unterzeichneten am Montag eine Resolution gegen eine Ausweitung der Sonntagsöffnung. „Sonn- und Feiertage stellen für alle Menschen in unserer Gesellschaft einen unverzichtbaren Wert dar. Die Ausweitung der Sonn- und Feiertagsarbeit bedeutet einen gravierenden Einschnitt in das Gefüge der Gesellschaft“, heißt es in der Entschließung.

 

Weiters wird darauf hingewiesen, dass die Deregulierung der Arbeitszeit, der Zugriff auf Sonn- und Feiertage und das Ausdehnen der Wochenendarbeit in allen Ländern Europas „zu gravierenden Eingriffen in das Leben der Menschen und in die Gesellschaft“ führe. „Gerade der gemeinsame, arbeitsfreie Sonntag ist ein Zeichen, dass der Mensch mehr ist als Arbeitskraft, Unternehmer und Konsument“, betonen die Kirchenvertreter und Sozialpartner.

 

Der Sonntag sei in unserer Gesellschaft der regelmäßige gemeinsame freie Tag, ein Tag der Muße und Erholung, der Familie und der Gemeinschaft, der Besinnung, des Gottesdienstes und des Feierns sowie des vielfältigen Engagements außerhalb von Erwerbsarbeit und Konsum, heißt es in der Resolution.

ISSN 2222-2464