Seele – wo bist Du?

5. Ökumenische Sommerakademie im oberösterreichischen Stift Kremsmünster eröffnet

Kremsmünster, 10. Juli 2003 (epd Ö) Wie steht es mit dem „freien Willen“? Und: Ist Religion nur ein „Produkt“ des menschlichen Gehirns? Mit diesen und ähnlichen Fragen, mit dem Spannungsfeld von moderner Hirnforschung und Religion beschäftigt sich die Ökumenische Sommerakademie, die von 9. bis 11. Juli im Benediktinerstift Kremsmünster stattfindet.

Der Oberösterreichische Superintendent Hansjörg Eichmeyer hob in seiner Grußbotschaft hervor, dass der Begriff Seele in fast allen Völkern und Sprachen anzutreffen sei. An vielen Stellen in der Bibel könne man für den Begriff „Seele“ einfach das Pronomen „ich“ verwenden, sodass sich zur Frage nach dem Wesen der Seele die Frage nach der eigenen Identität, die Frage „wer bin ich“ geselle.

Der Linzer Diözesanbischof Maximilian Aichern erklärte in seiner Begrüßung, das Thema Glaube und Hirnforschung, das interdisziplinäre Gespräch von Theologen und Naturwissenschaftern, sei fundamental, positiv. „Wissenschaft und Seelsorge können so noch besser ihre Aufgabe erfüllen, im Dienst des Menschen – der Leib und Seele ist“, erklärte Aichern.

Einen Höhepunkt im Rahmen der Sommerakademie stellt auch heuer wieder die ökumenische Podiumsdiskussion dar. Unter dem Motto „Seele wo bist du – eine Anfrage an die Seelsorge“ diskutieren Mag. Hermann Miklas, Superintendent der evangelischen Diözese Steiermark, DDr. Klaus Küng, Diözesanbischof von Feldkirch und der orthodoxe Theologe Prof. Dr. Grigorios Larentzakis.

Zu den Mitveranstaltern der Ökumenischen Sommerakademie, die vom ORF ins Leben gerufen wurde, zählen das evangelische Bildungswerk Oberösterreich, der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich sowie die katholische-theologische Privatuniversität Linz.

ISSN 2222-2464