Schulgesetze: Oberkirchenrat Bünker begrüßt Verzicht auf Zweidrittelmehrheit

Wien (epd Ö) – Den Verzicht auf die Zweidrittelmehrheit in Schulfragen begrüßt der evangelisch-lutherische Oberkirchenrat Hon.-Prof. Dr. Michael Bünker. Die Abschaffung der Zweidrittelmehrheit eröffne den Weg zu „wirklichen Reformen“, schreibt Bünker in seiner Kolumne der Wochenzeitung „Die Furche“. Bünker ist in der evangelischen Kirchenleitung für Schulfragen zuständig.

Seit Martin Luther die Ratsherren deutscher Städte zu Schulgründungen aufrief und die Eltern vermahnte, dass sie ihre Kinder in die Schule schicken sollten, sei der Protestantismus mit der Bildungsfrage eng verbunden, führt Bünker weiter aus. Philipp Melanchthon habe das Bildungswesen gründlich reformiert. Sein modern klingendes Prinzip war, erinnert der Oberkirchenrat, „dass eine umfassende Bildungsinstitution mit großer innerer Differenzierung durch individuelle Förderung (und Forderung) der Einzelnen einen wesentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leistet, ohne dass alle über einen Kamm geschoren würden“.

Schon lange sei das Anliegen der Bildung kein ausschließlich protestantisches Spezifikum mehr, sondern eine „gemeinsame Sache der Ökumene“. Bünker verweist auf das Sozialwort des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, das mit dem Stichwort „Bildung“ beginne. Die Kirchen wissen, „dass nur so eine Kultur des Dialogs und der Solidarität gefördert werden kann, die zu gesellschaftlich verantwortlichem Handeln befähigt“. Ein Reformgipfel müsse über einen derart umfassenden und kritischen Bildungsbegriff breite Verständigung herstellen und dürfe sich nicht in „kurzatmigen Organisationsfragen erschöpfen“, fordert der Oberkirchenrat.

ISSN 2222-2464