Rumänien: Europäisches Land mit offen gelebter Frömmigkeit

Österreichische Journalisten informierten sich in Rumänien über Vorbereitungen zur 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung 2007 in Sibiu

Wien (epd Ö) – „Ich habe selten ein europäisches Land gesehen, wo die gelebte Frömmigkeit so offen vor Augen tritt“, sagte der Pressesprecher des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Prof. Helmut Nausner, am 6. Juni bei einer Pressekonferenz in Wien. Anlass war eine Reise österreichischer Journalisten nach Sibiu/Hermannstadt, die auf Einladung der Kathpress in der vergangenen Woche stattfand. Nausner unterstrich zusammen mit dem rumänisch-orthodoxen Bischofsvikar Dr. Nicolae Dura, einem Mitorganisator der Reise, die „Offenheit“ der VertreterInnen der einzelnen christlichen Konfessionen in Rumänien „für die 3. Europäische Ökumenische Versammlung“ (EÖV3), die vom 4.-8. September 2007 in Sibiu stattfinden wird.

Bürgermeister Klaus Johannis hatte, so Nausner, den EÖV3-Veranstaltern seine volle Unterstützung zugesichert. War ursprünglich wegen der geringen Aufnahmekapazität der Region von lediglich 3.000 offiziellen Delegierten der christlichen Kirchen als Limit die Rede, so wurde bei dem Besuch der Journalisten aus Österreich eine Zahl von bis zu 30.000 Teilnehmern genannt. Da Sibiu 2007 auch europäische Kulturhauptstadt sein wird, werde derzeit touristisch aufgerüstet, sagte Johannis: Neue Hotels und Privatquartiere seien überall in der Stadt im Bau.

Nach Vorschlag des Lokalkomitees, so Nausner weiter, solle die ursprünglich bis Samstag geplante Versammlung erst am Sonntag, dem 9. September, enden. Nausner verwies darauf, dass der ÖRKÖ in Vorbereitung auf die Dritte Versammlung „eine ganze Reihe von Schritten“ geplant habe und „laufende Programme für die 3. Europäische Ökumenische Versammlung öffnen“ werde. So will der ÖRKÖ bereits im Vorfeld der Versammlung Reisen nach Rumänien initiieren.

Unterschiedliche Traditionen bereichern

Dura hob hervor, dass in Rumänien bereits „seit 800 Jahren die verschiedenen Konfessionen gemeinsam friedlich leben“, was er als „Geschenk Gottes“ betrachte. Dazu bemerkte Nausner die „gewisse Gelassenheit und Dankbarkeit“ zwischen den Konfessionen in Rumänien, mit der man „die unterschiedlichen Traditionen annimmt“ und „sich bereichern lässt.“

Der Publizist Franz Hummer, ebenfalls ein Mitorganisator der Reise, diskutierte die Frage nach einem möglichen Besuch von Papst Benedikt XVI. bei der EÖV3. Dem fügte Nausner hinzu, dass die „orthodoxe Kirche in Rumänien offen und bereit“ sei für einen Besuch des Papstes, gleichzeitig aber durch diesen Besuch die Versammlung „selbst nicht in den Schatten“ geraten dürfe.

Wie Nausner ankündigte, wird bei der ökumenischen Vesper zur Eröffnung der „Langen Nacht der Kirchen“ in Wien am Freitag auch die EÖV3 einbezogen sein. Auf Initiative des österreichischen ökumenischen Sibiu-Komitees wurden Kerzen mit dem Logo der EÖV3 hergestellt, die von nun an bei ökumenischen Anlässen aufgestellt und angezündet werden sollen. Eine dieser Kerzen wird auch bei der Vesper am Freitag in der Kirche Maria am Gestade brennen.

ISSN 2222-2464