Radio-Tipp: Bischof Bünker über Friedrich Schleiermacher

„An der Schwelle von Aufklärung und Romantik wurde er zu einem Wegbereiter der Moderne.“ Bischof Bünker über Friedrich Schleiermacher. Foto: wikimedia
„An der Schwelle von Aufklärung und Romantik wurde er zu einem Wegbereiter der Moderne.“ Bischof Bünker über Friedrich Schleiermacher. Foto: wikimedia

„Stiftete keine Schule, sondern ein Zeitalter“

Wien (epdÖ) – Dem deutschen Theologen Friedrich Schleiermacher widmet sich Bischof Michael Bünker in dieser Woche vom noch bis zum 24. November in den „Gedanken für den Tag“ auf Ö1. Bünker erinnert damit an einen einflussreichen Gelehrten, der am 21. November vor 250 Jahren in Breslau, dem heutigen Wrocław, geboren worden war. „Er hatte in seinem Wirken Wissenschaft und Glaube, Theologie und Philosophie miteinander verbunden. Er hatte Platons Werke und englische Literatur ins Deutsche übersetzt sowie Bahnbrechendes für die Pädagogik, für die Staatstheorie, die Ethik und die Kirchentheorie geleistet. Seine Gedanken zum Verstehen von Texten, zur Hermeneutik, haben Gültigkeit bis heute.“, schildert Bünker die Bedeutung Schleiermachers, der nicht eine Denkschule, „sondern ein Zeitalter“ gestiftet hätte. „An der Schwelle von Aufklärung und Romantik wurde er zu einem Wegbereiter der Moderne.“ Bünker geht dabei auf Schleiermachers Schrift „Über die Religion“ von 1799 ein, die er zunächst widerwillig verfasst hatte, die ihn dann aber schlagartig berühmt machen sollte. Darin hob Schleiermacher die Eigenständigkeit der Religion gegenüber Philosophie und Moral hervor: „Sie ist ‚Anschauung und Gefühl‘. Wo sie wirkt, bewegt sie das Gemüt und führt alle menschliche Tätigkeit hinein in das staunende Anschauen des Unendlichen. Religion gehört zum Menschen.“

Zu hören sind die „Morgengedanken“ auf Ö1 noch bis Samstag, 24. November, jeweils um 6.55 Uhr auf Ö1 und danach auf https://religion.orf.at

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ISSN 2222-2464