Volontariat (Februar 2015)

Volksschule in Adumasa (Foto:ePa)
Volksschule in Adumasa (Foto:ePa)

Raphael Wagner hat im Februar 2015 für einen Monat das Adumasa Link Projekt besucht . Er hat darüber einen ausführlichen Bericht verfasst, der hier gelesen werden kann:

ADUMASA

Das Dorf Adumasa beheimatet die größte Schule des Projekts. Es gibt folgende Schulstufen:

  • Kinderkrippe
  • Kindergarten
  • Primary School
  • Junior High School
  • Senior High School

Es gibt ein „Computer Lab,“ ein Chemielabor, eine Bibliothek und ein „Teachers House“ in dem Lehrer während der Woche wohnen können. Die Klassenzimmer sind alle in einem guten Zustand. Während den Wochen meines Besuches wurden alle Gebäude neu gestrichen und im wirklich wunderschönen Guesthouse wurde ein neues Bad gebaut. Laut Aussagen von Mr. Appiah-Fey sind momentan keine neuen Gebäude oder Erneuerungen in Adumase geplant. Bedaase und Chiransa benötigen im Moment intensivere Unterstützung.

„Computer Lab“

Von den ca. 6 vorhandenen Computern funktionieren nur zwei. Es gibt keine Stühle im Lab. Die Stühle verschwinden immer wieder auf mysteriöse Art und Weise, wurde mir berichtet. Prince meinte, die Computer gegen Notebooks tauschen zu wollen, um in den Stromausfallzeiten trotzdem unterrichten zu können. Um ehrlich zu sein, habe ich in den knappen 3 Wochen, keine einzige Klasse im Computer Lab gesehen. Ich kann nicht sagen ob es Zufall war, oder die Lehrer die Chance mit den Schülern an den Computern zu arbeiten nicht wahrnehmen.

Chemielabor

Das mit Stolz präsentierte Labor wirkte auf mich eher wie ein Abstellraum. Ich habe diese „Zweckentfremdung“ als Schade empfunden. So ein Gebäude wird in guter Absicht gebaut und leider nicht genutzt. Fraglich ist, ob die Ressourcen nicht treffender genutzt werden könnten.

BEDAASE

Nachdem man die Hauptstraße verlässt, fährt das Auto bergauf, bergab über einen
unbefestigten Waldweg, bis man endlich das Dorf Bedaase erreicht. Es ist ohne
Geländewagen fast nicht erreichbar.
Die Schule in Bedaase ist wesentlich kleiner als jene in Adumase. Trotzdem werden alle
Schulstufen angeboten.

Die Gebäude sind teilweise sehr baufällig. Mr. Appiah- Fey klagte über schlechtes Material, das beim Betonieren der Barackenböden verwendet worden ist. Nach und nach bricht der Boden unter den Füßen weg.

Die Lehrer haben ein eigenes Zimmer, das mit Computer und Drucker ausgestattet ist, in dem sie ihre Stunden vorbereiten können. Die Schüler bekommen jeden Tag ein Mittagessen. Man erzählte mir, dass dies für einige die einzige Mahlzeit des Tages ist. Insgesamt war ich dreimal in Bedaase. Einmal waren nur ca. die Hälfte der beschäftigten Lehrer in der Schule, beim nächsten Mal kein Einziger. Lediglich beim letzten Besuch waren Alle anwesend. Prince meinte, dass die Lehrer das größte Problem des Projekts darstellen. Sie werden von der Regierung bezahlt, also unterstehen sie nicht dem Projekt. Sie sind oft mehrere Tage nicht anwesend. Der Bau des neuen „Teachers House“ soll die Situation verbessern. Es kann vier Personen beherbergen. Die Idee ist, die Lehrer bleiben während der Woche in der Schule und müssen nicht jeden Tag den teilweise sehr langen Hin- und Zurückweg auf sich nehmen. Somit sind zumindest einige Lehrer immer anwesend. Laut einem Zeitplan, der mir gezeigt wurde, ist das Haus seit 2001 im Bau. Mich hat die Dauer etwas verwundert. Mir ist bewusst, dass nur gebaut werden kann, wenn genug
Ressourcen vorhanden sind. 14 Jahre ist jedoch eine sehr lange Zeit. Es wird regelmäßig Geld an das Projekt gespendet, da stellt sich Frage, warum ein so wichtiges Gebäude nicht früher fertig gebaut wird?

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich in diesem Bericht nur meine persönlichen Empfindungen und Überlegungen darstelle. Viele Hintergründe sind mir nicht bekannt. Ich kenne dieses Projekt erst seit kurzer Zeit und will die Leistungen der Beteiligten nicht schmälern.

Lehrertisch in Adumasa (Foto: eAn)
Lehrertisch in Adumasa (Foto: eAn)

CHIRANSA

Nicht weit von Bedaase entfernt, fast schon das Nebendorf, ist Chiransa. Die Schule ist die Kleinste des Projektes. Es gibt eine kleine Bibliothek und auch hier wird den Schülern jeden Tag ein
Mittagessen bereitgestellt. Das Projekt veranlasste den Bau eines Brunnens für Schule und Dorf.

Es gibt folgende Schulstufen:

  • Kinderkrippe
  • Kindergarten
  • Primary School
  • Junior High School

Nach Abschluss der Junior High School können die Schüler in Bedaase die Senior Highschool besuchen. Die vorhandenen Gebäude sind in einem guten Zustand. Es sind ausreichend
Sanitäranlagen vorhanden. Laut Prince Appiah- Fey ist auch in Chiransa ein „Teachers House“ in Planung.

ABSCHLUSS

Eine Sache die mich immer wieder beschäftigt hat, betrifft die finanzielle Seite. Mr. Fey hatte immer eine große Tasche, in der viele Kuverts mit Geld waren. Immer wenn etwas für das Projekt bezahlt werden musste, wurde das Geld aus den Kuverts verwendet. Das Adumasa Link Project ist schon ein größeres soziales Projekt. Ich dachte, dass die Verwaltung des Geldes ein wenig professioneller ist. Prince erzählte, er würde in nächster Zeit die Geldverwaltung digitalisieren, um den Menschen auf einen Blick Ausgaben und Einnahmen präsentieren zu können. Ich weiß nicht ob die Geldverwaltung von einem der Hauptspender kontrolliert wird und ich kann auch nicht sagen wie notwendig es ist. Meines Erachtens nach, wäre es nicht von Nachteil Mr. Appiah- Fey darauf hinzuweisen, Einnahmen und Ausgaben übersichtlicher zu notieren. Damit nicht irgendwann ein falscher Eindruck oder Missverständnisse entstehen.

Abschließen muss ich sagen, dass die Zeit in Adumasa eine wirklich gute Erfahrung für mich war. Ghana zählt zu einem der reichsten Länder Afrikas und trotzdem sieht man soviel Armut. Da stellte sich mir die Frage, wie es in den ärmsten Ländern Afrikas sein muss. Prince Appiah- Fey leistet meines Erachtens nach eine wirklich gute Arbeit. Ich hatte das Glück in seinen Alltag hinein zu schnuppern. Die Arbeit lässt ihn nicht los, egal zu welcher Tages- und Nachtzeit Mr. Appiah- Fey ist immer im „Einsatz“. Es war eine Inspiration einen so arbeitsbegeisterten Menschen zu treffen. Man erkennt sofort, sein Herz hängt an dem Projekt. Ich bin froh ihn zu meinen Freunden zählen zu dürfen.