2014

Besuche aus Ghana (November 2014)

von re. nach li.: Rev. Odjelua, Rev. Adzokatse und SchülerInnen der HTL Camillo Sitte (Foto: M. Stroh)
von re. nach li.: Rev. Odjelua, Rev. Adzokatse und SchülerInnen der HTL Camillo Sitte (Foto: M. Stroh)

Im November besuchten Rev. Samuel Odjelua, der Direktor für ökumenische und soziale Beziehungen der Presbyterianischen Kirche in Ghana (PCG) und Prince Appiah-Fei, der Projektleiter des Adumasa Link Projekts, ihre Projektpartnerin, die Evangelische Kirche in Österreich.

Rev. Odjelua lebte mit seiner Frau Zillah und deren drei Kindern von 1994 bis 1999 als erster Pfarrer der Pfarrstelle „kirchliche Partnerschaft“ in Österreich. Es war seine erste Rückkehr nach Wien und sein erster Besuch seit seinem Amtsantritt als ökumenischer Director. Es waren freudige Wiedersehen, die begleitet waren von intensiven Gesprächen und einer Bestärkung der partnerschaftlichen Tätigkeiten. Das Partnerschaftsabkommen wurde überarbeitet, der EAWM erklärte sich bereit eine neues Projekt zu finanzieren, nämlich die Sanierung des Bana Hill Laienausbildungszentrums in der Eastern Region und die Superintendentur Niederösterreich hat bei ihrer Versammlung im Herbst beschlossen in eine Partnerschaft mit dem Northern Presbytery zu treten. Es ist eine der nördlichsten  Regionen Ghanas und die größte und unterscheidet sich deutlich von den südlicheren Regionen. Das Klima ist sehr trocken, daher ist das Gebiet auch wenig entwickelt, die Bevölkerungsdichte ist hier am geringsten, der Großteil der BewohnerInnen ist in der Landwirtschaft tätig. Auch kulturell und religiös unterscheidet sich die Region von den anderen. Mehr als die Hälfte der Menschen sind muslimischen Glaubens und etwa ein Viertel hängen traditionellen Religionen an. Nur knapp 20% sind christlichen Glaubens. Die Gemeinden der PCG sind weit verstreut, was bedeutet, dass die PfarrerInnen weite Strecken zurücklegen müssen, weil sie mehrere Gemeinden betreuen und dass sie entsprechende Fahrzeuge benötigen, die die unbefestigten Straßen bewältigen können. Der jetzige Director des Northern Presbytery ist Rev. Dr. Solomon Sule-Saa, der Vorgänger von Rev. Odjelua. Er war im Juni 2013 zu Gast in Wien, bevor er im August in seine Heimat den Norden Ghanas gerufen wurde.

Prince Appiah-Fei ist immer wieder in Österreich zu Gast und besticht durch seine fundierten und berührenden Vorträge über das Adumasa Link Projekt. Er verbrachte einige Tage in Villach in der Gemeinde von Hanna Kirchmeir, die von Oktober 2013 bis März 2014 bei ihm in Ghana war und den Großteil seiner Zeit im Burgenland, bei Pfr.i.R. Gottfried Fliegenschnee, den er liebevoll „Daddy“ nennt. Er hielt eine Reihe von Vorträgen über die Neuerungen des Adumasa Link Projekts. Das Gästehaus ist um einen Generator erweitert worden, damit es bei Stromausfällen trotzdem noch Licht und Wasser gibt. Er hat ein eigenes kleines Häuschen bekommen und damit das Grundstück besser gesichert ist, wurde rundherum ein Zaun errichtet.

In Bedaase werden gerade Lehrerwohnungen errichtet, da die Anfahrtskosten in den entlegenen Ort oft das Gehalt der Lehrenden übersteigen oder die Straßen in der Regenzeit unpassierbar sind und die Lehrenden so oftmals nicht zum Unterricht erscheinen. Die Handwerker sind vorwiegend Dorfbewohner, mit denen generell bei der Entwicklung ihres Dorfes intensiv zusammengearbeitet wird. Das mit dem Ziel, dass nach der Errichtung der Gebäude und dem aufgebauten Schulbetrieb das Projekt die Führung und Administration an die DorfbewohnerInnen übergeben kann.

In Chiransa wird ein neues Schulgebäude fertiggestellt und ein neuer Brunnen gegraben, für frisches Grundwasser.

Die Kinderkrippe in Bedaase erhielt eine neue Inneneinrichtung, für die Volksschule wurde Bastelmaterial bereitgestellt, Mikrowellen für das Fach Hauswirtschaft wurden gespendet, sowie  Schreib- und Unterrichtsmaterial für alle Klassen. Die SchülerInnen der höheren Klassen haben einen Perlenclub gegründet, in dem sie Armbänder und Ketten herstellen und verkaufen, deren Erlös bedürftigen Schülerinnen und Schülern zugutekommt.

Seit kurzem unterstützt das Adumasa Link Projekt auch zwei taubstumme Buben und bezahlt ihnen die Gebühren für die Ashanti school for the deaf, um ihnen eine Grundbildung und eine Weiterbildung zu Sonderschullehrern zu ermöglichen.

Bei den vielfältigen Einsatzbereichen des Adumasa Link Projektes verwundert es nicht, dass es das meistunterstützte EAWM Projekt ist, was nicht zuletzt auch dem unermüdlichen Einsatz des Projektleiters zu verdanken ist.

 

Erzähl mir ‚was über Afrika (Oktober 2014)

Der Referent und die Referentinnen der Fortbildung "Erzähl mir 'was über Afrika: Pfr. Seth Adzokatse, Elisabeth Pausz, Hannah Satlow und Désirée Bauerstatter. (Foto: E. Tiefenbacher)
Der Referent und die Referentinnen der Fortbildung „Erzähl mir ‚was über Afrika: Pfr. Seth Adzokatse, Elisabeth Pausz, Hannah Satlow und Désirée Bauerstatter. (Foto: E. Tiefenbacher)

Am 22. Oktober 2014 organisierte Eva Tiefenbacher eine KPH Fortbildung zum Thema „Erzähl mir ‚was über Afrika‘ in der Suptur NÖ in St. Pölten. Nach einer kurzen Vorstellung der ReferentInnen, der Organisationen Brot für die Welt, EAWM und der Partnerschaft mit Ghana und einer Einführung in das Thema wurden in vier Workshops folgende Themen interaktiv bearbeitet:

Ernährung weltweit – So essen wir: Esskultur ist Teil und Ausdruck einer Gesellschaft – unserer eigenen genauso wie einer fremden. Wo kommt unser Essen her? Was verbindet oder unterscheidet uns Menschen weltweit in punkto Essen? Referentin: MMag. Hannah Satlow, Brot für die Welt

Die Reise unseres Elektroschrotts: Was passiert mit unserer ausrangierten Unterhaltungselektronik? In Ghanas Hauptstadt Accra liegt einer der größten Elektroschrott-Mülldeponien der Welt, Agbogbloshie. Anregungen zum recyclen des eigenen E-Schrotts. Referentin: Mag. Elisabeth Pausz, Partnerschaft Ghana

Weltmission Heute: Der Begriff Mission ist alt, verstaubt und mit vielen Vorurteilen behaftet. Der moderne Missionsbegriff, der vom Ökumenischen Rat der Kirchen herausgearbeitet und immer wieder überarbeitet wird, ist den wenigsten bekannt und soll spielerisch erarbeitet werden. Referentin: Désirée Bauerstatter, Evangelischer Arbeitskreis für Weltmission

Christliche Werte in Adinkra-Symbolen: Adinkra ist eine Symbolsprache der Volksgruppe der Akan (Aschanti). Die Symbole finden sich überall in Ghana, die alte Kultur wird mit der neuen gemischt und so werden auch christliche Werte auf Adinkra-Symbole übertragen. In alter Tradition werden die Symbole auf Stoff und Papier gedruckt. Referent: Pfr. Seth Adzokatse, Partnerschaft Ghana

Die einzelnen Workshops können gebucht werden, wahlweise auch der gesamte Workshop. Details finden Sie in diesem .pdf oder schreiben Sie an ta.gn1513346707ave@z1513346707suap.1513346707e1513346707

 

Ein Projekt kommt auf Schiene (Oktober 2014)

Der Infoabend für die Ghanareise 2015 (Foto: M.Vogel)
Der Infoabend für die Ghanareise 2015 (Foto: M.Vogel)

Am Freitag, den 10. Oktober 2014, trafen sich zehn Interessierte und das Leitungsteam der Ghanareise 2015 zu einem Informationsaustausch und ersten Vorbereitungstreffen für die geplante Ghanareise 2015.

Vorgestellt wurde die Partnerschaft zwischen der Presbyterian Church of Ghana und der Evangelischen Kirche in Österreich, sowie ein kurzer Abriss über die gemeinsamen Projekte mit dem EAWM. Ausführlich besprochen wurde die geplante Reiseroute, Alltagserfahrungen und Fragen der tropenmedizinischen Versorgung.

Die derzeitige unsichere Lage in Westafrika Ebola betreffend wurde angesprochen und mehrheitlich entschieden die Reise so zu planen wie gehabt. Derzeit verzeichnet Ghana keinen einzigen Ebolafall, die Lage genauestens zu beobachten wird bis zur Abreise eine Priorität sein und im Zweifelsfall die Reise abgebrochen oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Das Leitungsteam ist diesbezüglich in engem Kontakt mit  dem Österreichischen Außenministerium, der österreichischen Ebolahotline und dem Europäischen Verbraucherzentrum Österreich.

Nachdem Kultur bekanntlich auch über den Magen geht, gab es zur Stärkung Bananenchips, Fleischtäschchen und ghanaische Doughnuts. Kunst- und Alltagsgegenstände sowie kirchliche Literatur aus Ghana waren zur Ansicht ausgestellt und nach dem offiziellen Teil des Abends fanden sich ein paar Interessierte zusammen und lernten Owari zu spielen.

Der Kirchenleitung sei herzlich gedankt für die Räumlichkeiten mit herrlichem Blick über die Dächer Wiens.

M.Stroh

 

Jahresbericht 2014 (Oktober 2014)

Der aktuelle Jahresbericht von Pfr. Seth Adzokatse ist da:

By the grace of God Almighty another year has ended and we are very grateful. The year under review has been very exciting and fruitful and I am happy to report on my stewardship as Ecumenical co-worker and minister of the Ghanaian Protestant Congregation in Vienna. This report covers all that has been done in the context of the Partnership work as well as the Ghanaian Protestant Congregation, for the period of September 2013 to June 2014.

Jahresbericht 2014 in englischer Sprache (PDF-Datei)

 

Erste ghanaische Eindrücke – mitten in Wien (Mai 2014)

Pfr. Markus Lintner beim Kochbananen frittieren (Foto: Lintner)
Pfr. Markus Lintner beim Kochbananen frittieren (Foto: Lintner)

Pfarrer Markus Lintner aus Mödling wird von August 2014 bis Februar 2015 bei der Presbyterian Church of Ghana, unserer Partnerkirche arbeiten. Er wird in Odumase Krobo leben und dort im Dangme-Tongu Presbytery und im Laienausbildungszentrum Bana Hill arbeiten. Gemeinsam mit seiner Familie werden sie dieses Abenteuer begehen. Wie es mittlerweiler zur guten Tradition geworden ist, lassen auch sie uns an ihren Erlebnissen via Blog teilhaben: pfaffenkappl.blogspot.co.at

 

Manuela Dameki (Jänner 2014)

Manuela Dameki Abena Adzokatse (Foto: privat)
Manuela Dameki Abena Adzokatse (Foto: privat)

Am 21. Jänner 2014 kam Manuela Dameki Abena Adzokatse auf die Welt, die Tochter von Matilda und Seth Adzokatse. Herzliche Gratulation den stolzen Eltern!

Genau eine Woche danach, am 28. Jänner 2014 fand, vor Sonnenaufgang, im Elternhaus eine sogenannte „naming ceremony“ statt. Etwa ein Dutzend Leute waren eingeladen nach ghanaischer Tradition Kind und Mutter nach der Geburt erstmals zu sehen und das Kind mit vollem Namen, der vorher streng geheim gehalten wurde, kennenzulernen. Damit soll sich die Gemeinschaft auch verantwortlich fühlen für die Erziehung. Es war eine bewegende Andacht, in der, nach dem Verkünden des Namens, Dameki herumgereicht wurde, und jede und jeder sie mit vollem Namen ansprechen musste. Danach wurde ein köstliches Frühstück serviert, bevor alle in ihren Alltag zurückkehrten, ausgerüstet mit einem Jausensackerl.