OÖ: Evangelische laden zum Kirchentag ins Zentrum von Linz

In Linz wurde der Kirchentag vorgestellt. V.l.: Andreas Hochmeir, Gerald Wakolbinger, Maximilian Strasser, Gerold Lehner, Elisabeth Jungreithmayr und Johannes Eichinger. Foto: epd / T. Dasek
In Linz wurde der Kirchentag vorgestellt. V.l.: Andreas Hochmeir, Gerald Wakolbinger, Maximilian Strasser, Gerold Lehner, Elisabeth Jungreithmayr und Johannes Eichinger. Foto: epd / T. Dasek

Höhepunkt des Reformationsjubiläums mit starkem ökumenischen Akzent

Linz (epdÖ) – 2017 feiern die Evangelischen Kirchen weltweit 500 Jahre Reformation. Höhepunkt der Feierlichkeiten in Oberösterreich ist der Kirchentag, zu dem die Evangelische Kirche am Fronleichnamstag, 15. Juni, ins Linzer Stadtzentrum einlädt. Mit dem offenen Kirchentag – er steht unter dem Motto „Ich kann nicht anders … sonst platze ich“ – „wollen wir das Glaubensgefühl der Reformation mitten in der Stadt vermitteln und mit unserer Schwesterkirche feiern“, sagte der oberösterreichische Superintendent Gerold Lehner bei der Programmpräsentation am Donnerstag, 8. Juni, vor Journalistinnen und Journalisten in Linz.

Die Reformation sei ein europäisches Ereignis, das globale Dimensionen angenommen habe, betonte Lehner. „Wir feiern nicht die Evangelische Kirche, sondern das, was uns feiern lässt: eine Liebesgeschichte, die uns in Bewegung setzt“, erklärte der Superintendent wörtlich, „mit der zentralen Aussage ‚Ich bin geliebt, ich bin befreit‘“. Weil die Reformation auch eine „Konfliktgeschichte“ sei, werde der Kirchentag bewusst ökumenisch gefeiert, denn der Weg der Versöhnung zwischen den Kirchen müsse weitergegangen werden. Gemeinsam mit dem Linzer Dompfarrer Maximilian Strasser bedauerte Lehner, dass beim großen Open-Air-Gottesdienst am Domplatz das Abendmahl nicht gemeinsam gefeiert werden könne. „Mit Bedauern müssen wir sagen, dass wir noch nicht weiter sind, aber mit Freude stellen wir fest, dass wir schon so weit in der Ökumene sind“, meinte Strasser bei der Pressekonferenz. So soll das Ende der Fronleichnamsprozession mit dem Ende des evangelischen Gottesdienstes in einer ökumenischen Begegnung am Domplatz verbunden werden, die der Linzer Bischof Manfred Scheuer und Superintendent Lehner gestalten. Generell, so Strasser, sei in zahlreichen ökumenischen Initiativen zu bemerken, „dass das gegenseitige Verständnis wächst“, gemeinsames Anliegen sei die Verkündigung des Evangeliums in der Welt.

Bei der Gestaltung des Open-Air-Gottesdienstes am Domplatz werden über 100 Mitwirkende beteiligt sein, kündigte Elisabeth Jungreithmayr an, die in der Superintendentur wesentlich mit der Organisation des Kirchentages befasst ist. Die Besucherinnen und Besucher – die Veranstalter rechnen mit rund 2000 Personen – erwartet ein abwechslungsreiches Programm, am Domplatz wird es auch einen „Luftballonstart mit 500 Segenswünschen für die Welt“ geben. Gemeinsam mit Gerald Wakolbinger vom Werk für Evangelisation und Gemeindeaufbau zeigte sich Jungreithmayr begeistert über das starke ehrenamtliche Engagement im Vorfeld, insgesamt sind rund 300 ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter involviert. Die gute Zusammenarbeit lobte auch Superintendentialkurator Johannes Eichinger. Der Kirchentag sei das zentrale oberösterreichische Ereignis zum Reformationsjubiläum, das ein Budget von rund 70.000 Euro beanspruche.

Die Veranstaltungsorte – Martin-Luther-Platz, Domplatz und Landhaus – habe man auch aufgrund ihrer historischen Bedeutung gewählt, erklärte Pfarrer Andreas Hochmeir bei der Pressekonferenz. So werde man in einem eigenen „Raum der Geschichte“ auch auf die geschichtliche Entwicklung der Evangelischen in Oberösterreich blicken können, kündigte der Stellvertreter des Superintendenten an.

Der Kirchentag startet ab 8.00 Uhr bei der Martin-Luther-Kirche im Zentrum von Linz mit einem Frühstück. Um 9.30 Uhr folgt der Open-Air-Gottesdienst am Domplatz, zeitgleich findet in der Martin-Luther-Kirche ein Kindergottesdienst statt. Nach der ökumenischen Begegnung am Domplatz, bei der auch Landeshauptmann Thomas Stelzer ein Grußwort sprechen wird, beginnt das Fest im und um das Landhaus. Mit Musik, Kabarett, Gesprächen, Diskussionen, Vorträgen und vielem mehr sollen alle Generationen angesprochen werden. Auch für kulinarische Abwechslung ist gesorgt. Zum Abschluss des Tages spielt ab 19.30 Uhr die „Outbreak-Band“.

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ISSN 2222-2464