ÖRKÖ: Neuer Vorsitzender will „christliche Stimmen einen“

Die Themen „Islam“ und „Atheismus“ sieht der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura als besondere Herausforderungen der ökumenischen Arbeit

Wien (epd Ö) – „Ich möchte in den kommenden zwei Jahren die christlichen Stimmen in Österreich einen, ohne die jeweils eigenen besonderen konfessionellen Akzente zu verwischen.“ So skizziert der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura sein Programm als neuer Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ). Dura hat dieses Amt zu Beginn des Jahres vom evangelisch-lutherischen Altbischof Herwig Sturm übernommen. Das Ziel bleibe „gemeinsam auf dem Weg Christi die geistliche Ökumene zu vertiefen“.

Konkret werde er sich als ÖRKÖ-Vorsitzender darum bemühen, „die Gemeinsamkeiten der Mitgliedskirchen vor das Trennende zu stellen“, betont Dura. Dies bedeute etwa, neue, noch stärker ökumenisch orientierte Wege im Religionsunterricht zu gehen. Stärker in den Horizont der Arbeit des ÖRKÖ werden laut Dura auch die Themen „Islam“ und „Atheismus“ treten müssen. „Jede Zeit hat ihre spezifischen Herausforderungen – und der Islam und der Atheismus sind die heutigen.“ In dieser speziellen Situation sei es umso wichtiger, „dass wir als Christen in der Gesellschaft mit einer Stimme sprechen“. Insgesamt seien die Christen „der Trennung müde“, auch gebe es zahlreiche „seelische Verletzungen“ etwa bei sogenannten „konfessionsverbindenden Ehen“, so Dura. Hier werde die Notwendigkeit eines Fortschreitens in der Ökumene besonders greifbar.

Bischofsvikar Dura eröffnete außerdem am 18. Jänner die diesjährige, gemeinsam von der Stiftung „Pro Oriente“ und der „Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems“ ausgerichtete „Ökumene-Tagung“ in Wien. Die Tagung, die am 18. und 19. Jänner im Wiener Don Bosco-Haus stattfand, stand ganz im Zeichen der Orthodoxie.

ISSN 2222-2464