Ökumenischer Gottesdienst mit BesetzerInnen der Lobau

Meyer: Lebensgrundlage darf nicht kurzfristigem Profitdenken geopfert werden

Wien – „Nicht Transitwahn, sondern Bus und Bahn“ sei das richtige Motto, um der Ausbeutung der Natur entgegenzusteuern und sie auch für kommende Generationen zu bewahren. Das sagte Pfarrer Mag. Michael Meyer, Pfarrer der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. in Schwechat und Umweltbeauftragter der Evangelischen Diözese A.B. Wien, in seiner Predigt zum Wortgottesdienst mit den BesetzerInnen der Lobau in Groß-Enzersdorf am 12. November. Trotz Nässe und Kälte harrten die BesetzerInnen aus, um den Bau des Lobautunnels und der Nordostumfahrung Wiens zu verhindern. Gemeinsam mit Meyer feierte Pater Albert Gabriel SDS von der römisch-katholischen Kirche in der Wiener Donaucity. Gabriel betonte, dass der Schutz der Umwelt und „die Bewahrung der Schöpfung“ eines jener Anliegen ist, für die sich beide Kirchen gemeinsam einsetzen.

An Hand eines biblischen Schöpfungspsalms verwies Meyer auf die Schönheit der Natur und deren entscheidende Bedeutung für das Leben der Menschen. Diese Lebensgrundlage dürfe nicht kurzfristigem Profitdenken oder dem Geschwindigkeitsrausch geopfert werden „Die belebte Natur sowie Erde, Wasser, Steine und Luft, gehören zum Antlitz der Erde, an dem sich der Mensch freuen soll, das er aber nicht schänden darf,“ so Meyer. Ginge es nach den Planern und Betreibern des Bauprojektes, würden Menschen und Pflanzen in einigen Jahren nicht mehr saubere Luft, sondern Abgase einatmen. Dann sei es zu spät, und man könne nur noch schweigen, wies der Pfarrer auf die Brisanz der Situation hin. Den Abschluss der Feier bildete ein gemeinsames Segensgebet der beiden Pfarrer.

ISSN 2222-2464