Oberkirchenrätin Reiner: „Nicht ständig nach Rom schielen“

In der Langen Nacht der Kirchen diskutierte eine prominente evangelisch-katholische Runde Visionen der Ökumene

Wien (epd Ö) – „Wir müssen in der Ökumene nicht ständig nach Rom oder Genf schielen“, meinte die evangelisch-lutherische Oberkirchenrätin Dr. Hannelore Reiner bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen am Freitagabend in Wien. Die Oberkirchenrätin rief in der evangelischen Verklärungskirche „Am Tabor“ dazu auf, mehr ökumenische Initiativen auf regionaler Ebene zu setzen: „Es braucht hier noch viel mehr offene Nächte statt dieser langen Nacht einmal im Jahr.“ Unter der Leitung der „Furche“-Redakteurin Mag. Doris Helmberger-Fleckl diskutierte die Oberkirchenrätin gemeinsam mit dem emeritierten römisch-katholischen Weihbischof DDr. Helmut Krätzl, DI Wolfgang Hinker, der seit Jahren konfessionsverbindend verheiratete Paare begleitet, und der Religionspädagogin Mag. Sonja Danner sowie dem Religionspädagogen Mag. Heinz Ivkovits von der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule in Wien über ökumenische Visionen.

Auch wenn sich die Ökumene derzeit eher auf einem „Abstellgleis“ befinde, könne die Zeit auf regionaler Ebene für Schritte zueinander genützt werden, ist Reiner überzeugt. Gleichzeitig müsse man sich bewusst sein, dass das regionale Umfeld „keine Spielwiese“ sein darf, betonte die Oberkirchenrätin, die seit fünf Jahren in der Konferenz Europäischer Kirchen auf Leitungsebene mitarbeitet. Theologinnen und Theologen der verschiedenen Kirchen sollten sich nochmals „die Texte zu Eucharistie und Amt anschauen, ob es nicht doch Schritte noch vorne gibt“, so Reiner. Statt ihre Energie im Disput zwischen den Kirchen aufzureiben, sollten die Kirchen angesichts der gemeinsamen Herausforderungen wie Globalisierung, Migration, Integration, Islamismus oder Säkularisierung verstärkt zusammenarbeiten.

ISSN 2222-2464