Neue evangelische Kirche in Waidhofen an der Thaya

Spatenstichfeier zum Baubeginn – Landeshauptmann Pröll: Kirche ist ein Beweis für Toleranz und Miteinander heute

Waidhofen an der Thaya, 21. Mai 2003 (epd Ö) „Hier ist heute ein Beweis gesetzt, dass wir uns zumindest bemühen, aus der Geschichte zu lernen, und dieses Bemühen darf nie abreißen.“ Das betonte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll bei der Spatenstichfeier für den Bau der neuen evangelischen Kirche in Waidhofen an der Thaya. Der Landeshauptmann erinnerte dabei an die Geschichte der Evangelischen im Waldviertel, die vor 350 Jahren verfolgt und vertrieben worden sind. War vor dieser Zeit die Mehrheit der Bevölkerung evangelisch, so sind es heute nur noch wenige Tausende. Für die oft blutige Vertreibung soll diese Kirche ein Mahnmal sein, sagte der Landeshauptmann. Das Gebäude weise den Weg zur Toleranz und zum Miteinander.

Mit dem Festakt auf dem Lindenhof-Areal am Montag, 19. Mai 2003, in Anwesenheit von zahlreichen Ehrengästen erfolgte der offizielle Beginn der Errichtung der Evangelischen Kirche in der Waldviertler Bezirkshauptstadt.

Auf die Besonderheit der Kirche als Zeichen der Dimension Gottes in dieser Welt wies der niederösterreichische Superintendent, Mag. Paul Weiland, hin. Die neue Kirche werde darüber hinaus von einer besonderen Spiritualität geprägt sein: So stamme der Entwurf vom griechisch-orthodoxen Architekten Prof. Efthymios Warlamis, an der künstlerischen Ausgestaltung beteiligten sich Künstler wie Arnulf Neuwirth und Linde Waber. Die Kirche weise von einer bedrängten Vergangenheit in eine Zukunft des Miteinanders, von einem schroffen Gegeneinander in eine Zeit des Dialogs und der Verständigung, betonte der Superintendent. Darüber hinaus werde die schon von ihrem Aussehen her bunte, einladende und fröhliche Kirche auch eine kulturelle Stätte und Ort der Begegnung und Verständigung über die Grenzen hinaus sein.

Bürgermeister Ing. Diether Schiefer hob die Bedeutung des Kirchbaus für die Stadt und die gesamte Region hervor. Die neue evangelische Kirche wird anstelle des vor sechs Jahren abgerissenen Lindenhofes errichtet, in dem ein Betsaal als Gottesdienststätte diente. Die Baukosten werden etwa 300.000 Euro betragen. Finanziert wird der Kirchenbau durch eine bereits vor Jahren durchgeführte Gustav Adolf-Kindersammlung, durch Unterstützungen seitens des Landes Niederösterreich und des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie durch den Verkauf einer Siebdruckmappe mit Bildern von Künstlern aus dem Waldviertel. Das Büro von Architekt Warlamis wird den Kirchenbau mit Ausstellungen in Österreich, Deutschland und den USA begleiten.

ISSN 2222-2464