Neue Ausstellungen in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Bundespräsident Heinz Fischer mit Vertreterinnen und Vertreter der österreichischen Bundesregierung und ausländischen Staatsgästen in Mauthausen. Foto: BMI
Bundespräsident Heinz Fischer mit Vertreterinnen und Vertreter der österreichischen Bundesregierung und ausländischen Staatsgästen in Mauthausen. Foto: BMI

Bundespräsident Fischer bei Eröffnung: „Niemals wieder“

Linz (epdÖ) – Bundespräsident Heinz Fischer hat in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers (KZ) Mauthausen zwei neue Ausstellungen und einen „Raum der Namen“ eröffnet. „Niemals wieder“ bezeichnete Fischer am Sonntag zum Jahrestag der Befreiung am 5. Mai 1945 die Kernbotschaft, die sich mit den neuen Räumen verbinde. Mit der Neuerung der Gedenkstätte habe man einen Meilenstein gesetzt, befand die für das ehemalige KZ zuständige Innenministerin Johanna Mikl-Leitner in ihrer Rede. Am 12. Mai finden die Feierlichkeiten ihre Fortsetzung in der „Internationalen Befreiungsfeier“, bei der Spitzenrepräsentanten der Kirchen einen ökumenischen Gottesdienst gestalten werden.

An der Eröffnung am Sonntag nahmen neben Fischer und Mikl-Leitner u.a. die Staatsoberhäupter von Polen und Ungarn, Bronislaw Komorowski und Janos Ader, sowie die israelische Justizministerin Tsipi Livni teil. Aus Österreich kamen Parlamentspräsidentin Barbara Prammer, Vizekanzler Michael Spindelegger sowie der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer. Unter den Anwesenden befanden sich außerdem der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Wien, Oskar Deutsch, sowie der Rektor des katholischen Österreichischen Hospizes Jerusalem, Markus Bugnyar.

Die neue Überblicksausstellung findet sich auf dem Boden des ehemaligen Krankenreviers. Wissenschaftlich fundiert und mit modernsten pädagogischen Methoden aufbereitet zeigt die Ausstellung neben Daten und Fakten zum KZ Mauthausen auch persönliche Schicksale von Häftlingen. Die Schau „Der Tatort Mauthausen. Eine Spurensuche“ widmet sich den Methoden der Tötungsmaschinerie der Nazis, obwohl diese versucht hatten, vor der Befreiung des Lagers möglichst viele Beweise zu vernichten.

„Der Raum der Namen“ wurde im ehemaligen Leichenkeller eingerichtet. 81.000 Opfer sind auf Glasplatten sowie in einem 25 Zentimeter dicken Buch namentlich in der Sprache und Schrift ihres Herkunftslandes angeführt. Die Daten wurden aus Archiven in aller Welt zusammengetragen. Nicht alle konnte identifiziert werden. Geschätzt wird, dass insgesamt rund 90.000 der 200.000 in Mauthausen untergebrachten Häftlinge ums Leben kamen.

Der „Internationale Befreiungstag“ am kommenden Sonntag steht unter dem Themenschwerpunkt „Retterinnen und Retter“ und soll besonders auf jene Menschen hinweisen, die der menschenverachtenden Diktatur der Nationalsozialisten Widerstand leisteten. Eröffnet werden die Feierlichkeiten, zu denen 10.000 Menschen aus Österreich und ganz Europa erwartet werden, mit einem ökumenischen Gottesdienst. Der römisch-katholische Diözesanbischof Ludwig Schwarz feiert gemeinsam mit dem evangelisch-lutherischen Bischof Michael Bünker und dem griechisch-orthodoxen Metropoliten Arsenios Kardamakis.

ISSN 2222-2464