„Mein Text handelt von der Erosion der sozialen Mitte“

Bachmannpreisträgerin Birgit Birnbacher (Mitte) mit den weiteren Prämierten (v.l.): Leander Fischer (Deutschlandfunk Preis), Ronya Othmann (Publikumspreis, BKS-Bank-Preis), Julia Jost (Kelag-Preis) und Yannic Han Biao Federer (3sat Preis). Foto: Walter Pobaschnig
Bachmannpreisträgerin Birgit Birnbacher (Mitte) mit den weiteren Prämierten (v.l.): Leander Fischer (Deutschlandfunk Preis), Ronya Othmann (Publikumspreis, BKS-Bank-Preis), Julia Jost (Kelag-Preis) und Yannic Han Biao Federer (3sat Preis). Foto: Walter Pobaschnig

Birgit Birnbacher gewinnt Ingeborg-Bachmann-Preis 2019

Klagenfurt (epdÖ) – Die in Salzburg lebende Schriftstellerin Birgit Birnbacher ist die Gewinnerin des diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Preises. Bei der im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur von 26. bis 30. Juni Klagenfurt vergebenen Auszeichnung setzte sich Birnbacher gegen den Deutschen Yannic Han Biao Federer durch. Gegenüber dem Evangelischen Pressedienst sagte Birnbacher nach der Preisverleihung, es sei für Autorinnen und Autoren eine Verpflichtung, „bestimmte Missstände in der Gesellschaft nicht auszusparen. Mein Text handelt von der Erosion der sozialen Mitte.“ Das zu zeigen sei ihr ein großes Anliegen gewesen. Am Ende solle eine „bejahende, freiheitsliebende Message“ stehen.

Stimmen der Jury

Die Jurorin Hildegard Elisabeth Keller, beim Literaturclub des Schweizer Fernsehens tätig, betonte, dass die soziale Frage nach der Reaktion des Individuums im „Wegbrechen von Arbeitsverhältnissen“ und den Prozessen neuer Identitätsfindung im Text thematisiert werde. Stefan Gmünder, Literaturredakteur bei „Der Standard“, hob hervor, dass das „reduziert werden auf eine Nummer im Text nicht plakativ ist“ sondern im „hier und jetzt“ passiert. Klaus Kastberger, Professor für neuere deutschsprachige Literatur am Franz Nabl Institut der Stadt Graz und Leiter des Literaturhauses Graz, sprach davon, dass viel „Bachmann im Text steckt“. Michael Wiederstein, Chefredakteur des Schweizer Literaturmagazins Literarischer Monat/Schweizer Monat, betonte die „Empathie für eigene Figuren und den Humor“.

Der Ingeborg-Bachmann-Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird von der Stadt Klagenfurt seit 1977 vergeben. Die in Klagenfurt geborene Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (1926-1973) stammte väterlicherseits aus einer historisch tief verwurzelten evangelischen Familie im Kärntner Gailtal und ist Namensgeberin des Hauptpreises der Literaturtage in Klagenfurt. Der erste Preisträger war Gert Jonke – der in Klagenfurt geborene Dichter und Dramatiker (1946-2009) war wie Ingeborg Bachmann evangelisch.

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ISSN 2222-2464