Lettland schafft Frauenordination ab

(Foto: wikipedia/D. Holt)
(Foto: wikipedia/D. Holt)

Bischof Bünker: Schlag ins Gesicht für Gemeinschaft der Evangelischen Kirchen

Riga/Wien (epdÖ) – Als einen „Schlag ins Gesicht“ für die Gemeinschaft der Evangelischen Kirchen hat der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker die Abschaffung der Frauenordination in der Evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands bezeichnet. Am Wochenende hatte dort die Synode die 1975 eingeführte Frauenordination wieder abgeschafft, unter dem konservativen Kirchenoberhaupt Janis Vanags waren bereits seit mehr als 20 Jahren keine Frauen mehr ordiniert worden.

„Aus österreichischer Sicht ist der Beschluss sehr zu bedauern“, hält der Bischof der Evangelisch-lutherischen Kirche in Österreich, Michael Bünker, fest. Er zeige eine Entwicklung in manchen Kirchen und europäischen Ländern, die „eher rückwärtsgewandt als zukunftsorientiert ist“, so Bünker, der auch Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) ist. Sehr besorgt äußere sich auch die GEKE, weil sie fürchtet, dass damit eine wesentliche Basis der Kirchengemeinschaft in Frage gestellt werden könnte.

„Die Evangelischen Kirchen in Europa empfehlen seit vielen Jahren allen Kirchen, die noch keine Frauen ordinieren, dies einzuführen“, erinnert Bünker. Seit vielen Jahren gibt es in der Evangelischen Kirche in Österreich Pfarrerinnen. Bünker: „Die Entscheidung, Frauen zu allen kirchlichen Ämtern zuzulassen, hat sich sehr gut bewährt und ist ein unverzichtbares Kennzeichen der Evangelischen Kirche geworden.“

Scharfer Protest gegen die Abschaffung der Frauenordination kommt auch von der „ARGE Theologinnen“ und dem Verein Evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Österreich (VEPPÖ). In einer gemeinsamen Aussendung erklären sich die Arbeitsgemeinschaft und die Standesvertretung der Pfarrerinnen und Pfarrer solidarisch mit den betroffenen Frauen und zeigen sich bestürzt über den Rückschritt. Dies entspreche weder dem mehrheitlichen theologischen Konsens in den protestantischen Kirchen noch einem geschwisterlichen und theologisch verantworteten Umgang zwischen den Geschlechtern, wie ihn etwa das Neue Testament im Galaterbrief (3,28) voraussetze.

 

ISSN 2222-2464