Kritik von Caritas und Diakonie an Deutschpflicht für Zuwanderer

Wien, 10. August 2010 (epd Ö) – Caritas und Diakonie haben die am Freitag bekanntgewordene geplante Deutschpflicht für Zuwanderer vor der Einreise nach Österreich kritisiert. Es sei bedenklich, wenn das Recht auf Familienzusammenleben selektiv gesehen werde, indem für Schlüsselarbeitskräfte keine Deutschpflicht gilt, aber für deren Familien schon, zitierte die Austria Presse Agentur (APA) Diakonie-Direktor Michael Chalupka am Samstag.

 

Es handle sich um eine „Abschreckungs- und Abschottungspolitik“, erklärte Chalupka. Aus seiner Sicht wäre es sinnvoller, wenn die Familienmitglieder im Land die Sprache erlernten und auch qualifiziert würden.

 

Caritas-Generalsekretär Bernd Wachter erklärte laut APA, das „Familienzusammenleben ist ein Menschenrecht“ und müsse daher an erster Stelle stehen. Wenn Familienangehörige keine Möglichkeit hätten, Deutsch zu erlernen, könne man ihnen dieses Grundrecht nicht nehmen.

 

Laut den Plänen von Innenministerin Maria Fekter sollen Zuwanderer vor der Einreise zumindest über Basiskenntnisse der deutschen Sprache verfügen. Ausnahmen wären Hochqualifizierte wie etwa Universitäts-Mitarbeiter.

ISSN 2222-2464