Kirchengeschichtliche Kostbarkeiten im Ennstal

Eine Ausstellung in Gröbming dokumentiert den Weg des Protestantismus in der Region von der Reformation bis heute

Gröbming, 18. Juni 2008 (epd Ö) „Verfolgt und Anerkannt. Kostbarkeiten aus der Zeit der Reformation bis in die Gegenwart“ ist der Titel der Ausstellung zur Glaubensge-schichte im Ennstal, die derzeit im Museum in Gröbming zu sehen ist.

Die Ausstellung, die sich auf zwei Ebenen erstreckt, dokumentiert in einem ersten Teil die Glaubensgeschichte der Evangelischen im Raum Gröbming und Öblarn von der Reformation bis zum Geheimprotestantismus mit vielen interessanten Exponaten und Originaldokumenten. Eine Besonderheit sind alte Lutherbibeln und evangelische Andachtsliteratur aus der Zeit des Geheimprotestantismus bis ins 19. Jahrhundert.

Ein zweiter Teil zeigt Fotos von geheimprotestantischen Predigtstätten in den Bergen sowie die anschauliche Gestaltung des 1843 entstandenen ehemaligen Evangelischen Betsaales am Kräutnerhof zwischen Pruggern und Moosheim in toleranzmäßiger Atmosphäre. Auch die neuesten Erkenntnisse aus der Matrikenforschung von 1781 bis 1852, vom Toleranzpatent bis zur Gemeindegründung, werden in Grafiken präsentiert.

Aktuelles Gemeindeaufbaukonzept

Neben der wissenschaftlichen Aufbereitung der historischen Ereignisse sind auch das aktuelle Gemeindeaufbaukonzept der Evangelischen Pfarrgemeinde Gröbming, das gute ökumenische Zusammenleben der Konfessionen in der Region und die gegenseitige Toleranz Themen der Ausstellung.

Die Vorarbeiten zu der Ausstellung gehen zurück auf kirchengeschichtliche Forschungen im Rahmen einer Diplomarbeit von Waltraud Mitteregger. Gestaltet wurde die Schau in Zusammenarbeit mit dem Museumsverein und Gemeindegliedern der Evangelischen Pfarrgemeinde Gröbming.

Die Ausstellung ist bis 12. Oktober jeweils am Sonntag von 10.00 bis 12.00 Uhr und am Dienstag von 16.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. Zusätzliche Führungen – auch für Schüler-, Stu-denten- und Gemeindegruppen – gibt es auf Anfrage im Evangelischen Pfarramt unter Tel. 03685/22 339.

ISSN 2222-2464