Kirchen entsetzt über Anschlag in Berlin

Ein Sattelschlepper ist am Montagabend in den Weihnachtsmarkt nahe der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (Bild) in Berlin gerast. Bei dem mutmaßlichen Anschlag starben 12 Menschen. (Foto: wikimedia)
Ein Sattelschlepper ist am Montagabend in den Weihnachtsmarkt nahe der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (Bild) in Berlin gerast. Bei dem mutmaßlichen Anschlag starben 12 Menschen. (Foto: wikimedia)

Bünker: Von Grundüberzeugung einer offenen Gesellschaft nicht abbringen lassen

Berlin (epdÖ) – „In tiefer Betroffenheit und mit Entsetzen habe ich die Nachricht von dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin aufgenommen. Ich bete für die Opfer und Angehörigen“, erklärt der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker in einer ersten Reaktion auf den Anschlag am Montagabend in Berlin. Die polizeiliche Ermittlungsarbeit, so der Bischof, der auch Generalsekretär der Evangelischen Kirchen in Europa ist, werde weitere Klarheit bringen. Bünker wörtlich: „Die Menschen kann ich nur bitten, zusammen zu halten und sich von feigen Anschlägen wie diesen nicht von ihren Grundüberzeugungen einer offenen Gesellschaft auf rechtsstaatlicher Grundlage abbringen zu lassen.“ Besonders schmerzlich sei, dass der Anschlag „am Platz vor einer Kirche durchgeführt wurde, die selbst ein Mahnmal gegen Krieg, Gewalt und Terror ist“.

Mit Entsetzen haben die Kirchen in Deutschland auf den Anschlag mit zwölf Toten reagiert. Der Vorsitzende des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Heinrich Bedford-Strohm, sprach von einer „fürchterlichen Gewalttat“. „Wir alle sind entsetzt über diese brutale und sinnlose Gewalt“, erklärte er in Hannover. „So viele unschuldige Menschen sind ihr zum Opfer gefallen.“

„Die Nachrichten aus Berlin haben mich tief erschüttert“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Dienstag in Bonn. „Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten und Verletzten.“ Marx rief die Menschen in Deutschland zugleich auf, nach dem Ereignis zusammenzuhalten. In dieser „schweren Stunde“ für die Stadt Berlin und Deutschland gelte es, „dass wir als Gesellschaft zusammenstehen und zusammenhalten“.

Mit einem Gottesdienst in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist am Abend des 20. Dezember der Opfer des verheerenden Anschlags auf den dortigen Weihnachtsmarkt mit zwölf Toten gedacht worden. An dem ökumenischen Gottesdienst nahmen rund 800 Besucher teil. Darunter waren Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sowie Berlins katholischer Erzbischof Heiner Koch, ein Rabbiner und mehrere Imame.

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, erinnerte in einer kurzen Ansprache daran, dass mit dem Gottesdienst der Opfer gedacht und den Trauernden gezeigt werden soll: „Ihr seid nicht alleine in Eurer Trauer! Wir stehen an Eurer Seite in Eurem tiefen Schmerz.“

Ein Lastwagen mit polnischem Kennzeichen war am Montagabend auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, direkt am Kurfürstendamm und an der berühmten Gedächtniskirche, gerast. Dabei wurden zwölf Menschen getötet und 48 weitere verletzt.

ISSN 2222-2464