Johanniter-Unfall-Hilfe feierte 30-jähriges Bestehen

Soziologe Christian Köck: „Ehrenamtlichkeit ist in einer modernen Gesellschaft ein Wert an sich“

Ehrenamtliche Institutionen arbeiten effizienter und preisgünstiger und gehen mit ihren Ressourcen sparsamer um. Diese These vertrat der Soziologe Univ.-Prof. DDr. Christian Köck in seinem Festvortrag anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Johanniter-Unfall-Hilfe in Österreich am 17. September in Wien. Bei dem Festakt in den Hallen des künftigen Johanniter-Center-Nord im 21. Wiener Gemeindebezirk dankte der evangelische Sozialwissenschaftler den Johannitern für ihre Tätigkeit und erklärte: „Ehrenamtlichkeit ist in einer modernen Gesellschaft ein Wert an sich. Sie ist ein Beitrag zur Vernetzung im Sinne eines humanitären Gedankenguts.“ Köck forderte, Ehrenamtlichkeit durch die öffentliche Hand zu fördern und insgesamt im Gesundheitssystem die Finanzierung an die erbrachte Qualität zu koppeln.

„Es ist schön, eine evangelische Einrichtung zu sehen, die wächst.“ Das sagte Bischof Mag. Herwig Sturm in seinem Grußwort vor den zahlreichen in- und ausländischen Gästen aus Politik, Militär, Hilfsorganisationen und Kirche. Sturm gratulierte zum Jubiläum der Johanniter-Unfallhilfe und zu ihrem „unglaublichen Wachstum“. Der Bischof erinnerte an das Blaulicht-Signal der Einsatzwagen und sagte: „Es ist gut, in einer Gesellschaft zu leben, in der die Rettung eines Menschen in jeder Weise Vorfahrt hat.“ Auch für die gute ökumenische Verbundenheit der Johanniter mit dem Rettungsdienst des Römisch-katholischen Malteserordens sprach Sturm seine Anerkennung aus.

„Wer hilft den Johannitern“

Der Kommendator der österreichischen Kommende des Johanniterordens, Dkfm. Hubertus Schulz-Wulkow, stellte in seinem Grußwort die Frage: „Die Johanniter helfen vielen, aber wer hilft den Johannitern?“ Schulz-Wulkow nannte als Probleme für die Arbeit der Johanniter-Unfallhilfe die mögliche Abschaffung des Zivildienstes, die umstrittene Finanzierung von Krankentransporten und Rettungsdiensten sowie die in Österreich fehlende Steuerbegünstigung für Hilfsorganisationen.

Grußworte sprachen auch hohe Vertreter des Herrenmeisters des Johanniterordens, der deutschen Johanniter-Unfallhilfe und der Johanniter International. Der Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe in Österreich, DI Johannes Bucher, schilderte in einem Abriss der Geschichte seiner Organisation, ihr rasantes Wachstum und die Ausweitung ihrer Tätigkeiten in den vergangenen 30 Jahren und dankte allen Helfern und Förderern für ihre Unterstützung.

Zum 30-jährigen Bestehen der Johanniter-Unfall-Hilfe in Österreich fand am 18. September auch ein Festgottesdienst in der lutherischen Stadtkirche Wien statt.

ISSN 2222-2464