Innsbruck: Kirchen gegen Sozialabbau

Präsentation des Sozialworts

Innsbruck, 22. Dezember 2003 (epd Ö) Vertreter der christlichen Kirchen haben sich am 17. Dezember in Innsbruck im Rahmen der Präsentation des „Sozialwortes“ des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich gegen den Abbau des Sozialstaates und für mehr soziale Sicherheit ausgesprochen. „Es darf nicht sein, dass die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft ihre soziale Verantwortung abschieben und bei denen zu sparen beginnen, die Unterstützung und Hilfe am nötigsten haben, den Alten und Kranken, den Obdachlosen und Asylwerbern“, betonen die Kirchen.

In den nächsten Tagen und Wochen soll das Gespräch mit Politikern gesucht werden, um auf die im Sozialwort aufgelisteten Problembereiche hinzuweisen.

Müller: Soziales Leitbild für Tirol

Superintendentin Mag. Luise Müller sagte, die angesprochenen Bereiche wenden sich nicht nur an einzelne Parteien, sondern stellen „ein Grundsatzprogramm, ein soziales Leitbild für Tirol“ dar. „Ich wünsche mir offene Ohren bei allen Parteien und die Bereitschaft, das umzusetzen“, erklärte Müller. Es gehe darum, die Not im Lande beim Namen zu nennen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, so etwa im Bereich der Altersvorsorge.

Scheuer gegen Privatisierung der Altenpflege

Die Altenpflege zu privatisieren und dort den Rotstift anzusetzen, sei der falsche Weg, kritisierte der neue Innsbrucker Bischof Dr. Manfred Scheuer. Notwendig seien professionelle Betreuung, aber auch „das Geschenk der Zeit und Aufmerksamkeit“. Alte Menschen seien sensibel dafür, „ob sie vergessen sind oder ob jemand für sie da ist“, meinte Scheuer. Das Eintreten für sozial Schwache sei kein Hobby der Kirchen, sondern der Auftrag Gottes an die Menschen.

Im Sommer soll eine erste Bilanz gezogen werden, um zu sehen, wo im sozialen Bereich Fortschritte erzielt bzw. Defizite geortet wurden.

ISSN 2222-2464