Horn: Positive Erfahrung mit Pfarrerinnen

Die Frage, ob jemand ein guter Pfarrer ist, hängt nicht vom Geschlecht ab, meint der Wiener Superintendent.

Wien, 26. Juni 2002 (epd Ö) Zur Diskussion um die geplante illegale Priesterinnenweihe in der katholischen Kirche hat auch der Wiener Superintendent, Mag. Werner Horn, Stellung genommen. In einem Gespräch mit der APA sagte Horn am Montag, seine Kirche mache sehr positive Erfahrungen mit Pfarrerinnen: „Die Frage, ob jemand ein guter Pfarrer ist, hängt nicht vom Geschlecht ab.“

Die Generalsynode der Evangelischen Kirche hatte bereits vor 37 Jahren die Frauenordination beschlossen, die völlige Gleichstellung erfolgte im Jahr 1980. In der Superintendenz Wien arbeiten heute 18 Pfarrerinnen und Vikarinnen sowie 39 Pfarrer und Vikare. Horn: „Frauen können von ihrem Sensorium her viel einbringen, zu dem Männer so nicht fähig sind.“ Horn verwies auch darauf, dass laut Umfragen 70 Prozent der Österreicher für Frauen im Priesteramt sind. Im „Konzert der christlichen Kirchen“ gebe es auch nur in der katholischen Kirche und bei den Orthodoxen keine Priesterinnen.

Zur Aktion der katholischen Frauen in Oberösterreich, die sich gegen den Willen ihrer Kirche weihen lassen wollen, stellt Horn klar, dass diese gegen das Gesetz der römisch-katholischen Kirche verstoßen. „Aber Veränderungen geschehen oft nur dann, wenn es mutige Menschen gibt, die vorpreschen“, so der Superintendent. Er, Horn, persönlich finde die Vorgangsweise nicht optimal. „Es gibt auch andere Möglichkeiten, etwa den Diskussionsprozess zu intensivieren. Aber ich verstehe, dass hier bereits ein Stück Unmut und Unzufriedenheit herrscht“, so Horn.

ISSN 2222-2464