Hohe Auszeichnung für Gertraud Knoll

Österreichische Theologin und Politikerin erhielt Preis der deutschen Lutherstädte für „das unerschrockene Wort“

Magdeburg, 30. April 2003 (epd Ö) Für ihr mutiges Engagement gegen Fremdenhass, Rassismus und Antisemitismus ist die Theologin Mag. Gertraud Knoll am Samstag in Magdeburg mit dem Preis „Das unerschrockene Wort“ ausgezeichnet worden. Mit dem von den Lutherstädten gestifteten und mit 10.000 Euro dotierten Preis wird an den Reformator Martin Luther erinnert, der seine Überzeugung mutig und standhaft gegenüber den Autoritäten seiner Zeit verteidigt habe.

Mit dem Preis würdigen die 14 Luther-Städte, darunter Eisenach, Eisleben, Halle, Heidelberg, Marburg, Speyer, Wittenberg und Worms, besonders couragierte Menschen. Die Auszeichnung wurde bisher an den Berliner Philosophen Richard Schröder, den Tübinger Theologen Hans Küng und die frühere Polizeipräsidentin von Eberswalde, Uta Leichsenring, vergeben. Die Preisvergabe durch den Magdeburger Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) fand in der Johanniskirche statt, in der Luther am 26. Juni 1524 vor einer dicht gedrängten Christengemeinde über die wahre und falsche Gerechtigkeit gepredigt hatte.

Im Jahr 2001 hatte Knoll in Würdigung ihres Engagements gegen rechtsextreme Entwicklungen in Österreich bereits den deutschen „Amos-Preis für Zivilcourage in der Kirche“ erhalten. Die Laudatio hielt damals der ehemalige deutsche Bundesminister und Kirchentagspräsident Erhard Eppler. Der Name des Preises bezieht sich auf den Propheten Amos im Alten Testament, der gegen Unrecht und Ignoranz auftrat.

ISSN 2222-2464