06.01.2024

Hoffnung

Michael Chalupka über eine im Glauben gegebene Kraft

Die Hoffnung ist widerständig und zäh. Sie ist uns eingeschrieben in Körper und Geist, erklärt Michael Chalupka. (Foto: unsplash / Ronak Valobobhai)

Michael Chalupka über eine im Glauben gegebene Kraft

Was gibt dir Hoffnung im neuen Jahr? Das fragte mich einer, den ich schätze, mit ehrlichem Interesse. Es gibt ja genügend Gründe, alle Hoffnung fahren zu lassen angesichts der Weltlage.

In der Frage steckt die Antwort, und die Hoffnung steckt nicht in mir. Sie wird mir gegeben. Als Christ glaube ich daran, dass nicht ich es bin, der sich selbst und die Welt am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen muss, wie es einst Baron Münchhausen seinen Zuhörern weismachen wollte.

Ich glaube daran, dass Gott die Welt geschaffen hat, um das Leben in all seiner Schönheit zum Blühen zu bringen, und den Menschen nicht als Mann und als Frau geschaffen hat, damit sie die Schöpfung zerstören und ausbeuten, sondern sie bewahren.

Ich glaube daran, dass Gott sich nicht zu schade war, selbst Mensch zu werden, sich den Menschen als Mensch zu zeigen und den Weg alles Menschlichen auf sich zu nehmen.

Ich glaube daran, dass wir nicht in einer gottverlassenen Welt leben, sondern der Geist Gottes immer noch und immer wieder Frauen und Männer und immer mehr junge Menschen aufrüttelt und ermutigt, die Schrecken der alltäglichen Gewalt nicht einfach hinzunehmen, sondern sich dafür einzusetzen, dass die Welt nicht so bleiben muss, wie sie ist. Das gibt mir Hoffnung.

Und ich weiß, dass andere Menschen ihre Kraft aus anderen Quellen schöpfen. Denn die Hoffnung ist widerständig und zäh. Sie ist uns eingeschrieben in Körper und Geist.

ISSN 2222-2464

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Neujahr | Chalupka

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