Hiroshima-Tag am 6. August

Bünker: Druck von Kirchen, damit Bewegung in die festgefahrenen Positionen kommt

Wien (epd Ö) – Die Wiener Friedensbewegung wird auch heuer wieder gemeinsam mit der Hiroshima-Gruppe Wien ihre traditionelle Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki durchführen.

 

„Die Ankündigungen des US-Präsidenten Barack Obama für eine Reduzierung der Atomwaffen und für eine atomwaffenfreie Welt sind nur ansatzweise umgesetzt“, heißt es in einer Aussendung der Wiener Friedensbewegung zum Hiroshima-Tag am 6. August 2010. Wohl sei ein neuer Vertrag zur Reduzierung der strategischen Nuklearwaffen mit Russland (START) ausgehandelt worden, der Abschluss der Überprüfungskonferenz des Nichtweiterverbreitungsvertrages (NPT) Ende Mai in New York mache aber deutlich, dass von einer wirklichen Abrüstung noch lange keine Rede sein könne.

 

“’Now is the time.’ Mit diesen Worten beginnen die britischen Kirchen ihren Aufruf mit dem Ziel eines weltweiten Abkommens, das den Besitz von Atomwaffen für illegal erklärt“, schreibt der lutherische Bischof Michael Bünker in seiner Grußbotschaft zum dem Gedenktag. Gefordert werde ein neues, bindendes, überprüfbares und allgemeines Abkommen zur Abrüstung sämtlicher Atomwaffen. „Diese Initiative wird vom Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf unterstützt.“ Der neue START-Vertrag, der am 8. April dieses Jahres in Prag von den Präsidenten Obama und Medwedew unterzeichnet wurde und die 8. Überprüfungskonferenz zum Nichtverbreitungsvertrag von Atomwaffen, die im Mai in New York stattfand, „lassen Zweifel aufkommen, ob das Ziel einer atomwaffenfreien Welt von den politisch Verantwortlichen zügig verfolgt wird“, so der Bischof. Es brauche den verstärkten Druck von Kirchen und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen, damit Bewegung in die festgefahrenen Positionen komme.

 

Schiefermair: “Konsequent verschrotten“

 

„Wir appellieren an diesem traurigen Jahrestag, dass alle Verhandlungen und Initiativen zum Verschrotten bestehender Atomwaffenarsenale konsequent weitergeführt werden und ein Zeitplan für die Abschaffung aller Atomwaffen forciert wird“, heißt es in der Botschaft von Oberkirchenrat Karl Schiefermair. Nach wie vor sei es daher notwendig und eine Pflicht, alle Maßnahmen zu fördern, die dem Frieden und der Völkerverständigung dienen und selbst auch solche Maßnahmen zu initiieren. „In allen Bildungsmaßnahmen muss es Friedenserziehung und Gewaltfreiheit geben, und alle Möglichkeiten von internationalen Begegnungen müssen gefördert werden, um voneinander zu lernen.“

 

Die Hiroshima-Veranstaltung beginnt am Hiroshima-Tag (Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Hiroshima), Freitag, 6. August 2010, um 17.00 Uhr auf dem Wiener Stephansplatz und wird um ca. 20.30 Uhr mit einem Laternenmarsch vom Stephansplatz zum Teich vor der Karlskirche abgeschlossen.

 

Weitere Informationen unter www.hiroshima.at/

ISSN 2222-2464