Für eine zielgerichtete Veränderung der Kirche

Offen Evangelisch präsentierte Projekte vor der Generalsynode

Wien, 30. Oktober 2003 (epd Ö) „Die Kirche findet sich auf dem Markt vor, aber die Botschaft des Evangeliums ist nicht marktgerecht.“ Das sagte Oberkirchenrat Hon.Prof. Dr. Michael Bünker bei der Präsentation des Organisationsentwicklungsprozesses „Offen Evangelisch“ (OE) der Evangelischen Kirche in Österreich am 29. Oktober vor der Generalsynode im Wiener Albert-Schweitzer-Haus. In dieser Situation sei es nicht möglich, „nichts zu tun“, die Kirche könne sich „nicht nicht verändern“. Kirche stehe dafür ein, „dass das Ganze, nicht nur das individuelle Leben, einen Sinn hat“.

Bünker stellte fest, die Evangelische Kirche in Österreich sei eine „lernfähige Organisation“ im Blick auf eine „bewusste, geplante und zielgerichtete Veränderung“. Das zeige sich in den vier Bereichen, die OE bearbeite. Die Themen dieser Bereiche sind die Kirche und ihre Mitglieder, die Kirche und ihre Mitarbeiterinnen, die Kirche und ihre Stellung in der Öffentlichkeit sowie die Kirche und ihre eigenen Strukturen. Die Themen werden, so Bünker, im Rahmen von insgesamt 12 Projekten bearbeitet. Der Oberkirchenrat dankte allen an diesen Projekten beteiligten MitarbeiterInnen sowie allen Personen, die sich für die Projekte in den Gemeinden und Superintendenzen einsetzen.

Aus der Gemeinde heraus entstanden

Wie der externe Berater von OE, der Professor für Organisationsentwicklung Dr. Ralph Grossmann, vor der Generalsynode hervorhob, seien die einzelnen Projekte aus den Gemeinden heraus entstanden, sie arbeiten aber auf gesamtkirchliche Zielsetzungen hin.

Im Rahmen der umfangreichen Präsentation wurden Zwischenergebnisse der Projektgruppen „Competence Center“, „Wir sind Gemeinde“, „Marketing in der Kirche“, „Räume zum Wohlfühlen“ und „Personalentwicklung“ vorgestellt.

„Das Sensationellste auf dem Gebiet der öffentlichen Organisationsentwicklung“

In einer zusammenfassenden Debatte betonte Bischof Mag. Herwig Sturm, es handle sich insgesamt um die Frage nach „dem Teil und dem Ganzen“. OE vermittle die Erfahrung: „Wir sind nicht ein Teil, sondern gehören zur gesamten Kirche Christi.“ Synodenpräsident Dr. Peter Krömer sagte, OE solle die Evangelische Kirche in Österreich „fit für die Zukunft machen“. Es gehe dabei um eine Kirche, „die wachsen muss zum Wohl der Kirche und zum Segen für unser Land“. Der Linzer Kurator DI Roland Juranek verwies auf die zahlreichen Menschen, die unter den alten kirchlichen Strukturen leiden, und forderte Veränderungen. Die Präsidentin der Synode H.B., Evelyn Martin, stellte fest, dass sich durch die Arbeit von OE das Bild der Gemeinde erneuere, die sich nunmehr die Frage stellen müsse: „Was ist unsere Leistung gegenüber der Gesellschaft?“

Dass in den einzelnen Projekten „sehr viel Know-how und Kompetenz“ stecke, merkte Superintendentin Mag. Luise Müller an. Der stellvertretende Oberkirchenrat Dr. Raoul Kneucker resümierte: „Die Projekte von OE sind das Sensationellste auf dem Gebiet der öffentlichen Organisationsentwicklung.“ Etwas Ähnliches habe bisher im Non-Profit-Bereich noch niemand gewagt.

Offen Evangelisch ist der Organisationsentwicklungsprozess der Evangelischen Kirche in Österreich 2002 bis 2004. Weitere Auskünfte bei der Projektmanagerin von Offen Evangelisch, Pfarrerin Mag. Monika Salzer, 0699 188 77 035.

ISSN 2222-2464