Frauen und Kirche: Sonderausstellung in Fresach

Die Sonderausstellung mit dem Titel "Die Hälfte des Himmels - Protestantische Impulse zur Gleichberechtigung der Frauen" wird am 26. April eröffnet. Foto: Superintendentur Kärnten
Die Sonderausstellung mit dem Titel "Die Hälfte des Himmels - Protestantische Impulse zur Gleichberechtigung der Frauen" wird am 26. April eröffnet. Foto: Superintendentur Kärnten

Sauer: „Ausstellung soll zum Widerstand gegen Diskriminierung ermutigen“

Fresach (epdÖ) – Frauen und Kirche ist das Thema für eine Sonderausstellung im Museum des Evangelischen Kulturzentrums Fresach. Die Schau mit dem Titel „Die Hälfte des Himmels – Protestantische Impulse zur Gleichberechtigung der Frauen“ wird am 26. April eröffnet. Darin wird nicht nur ein Blick in die Geschichte des Christentums geworfen, sondern auch der Frage nachgegangen, inwiefern es Gleichberechtigung in der Evangelischen Kirche heute gibt.

„Selbst wenn man jetzt die Evangelische Kirche als eine Kirche der weiblichen Talare sieht, so ist die Gleichberechtigung auch da nicht abgeschlossen. Was für die Männer und besonders die Geistlichen seit Jahrhunderten selbstverständlich ist, musste und muss auch für die Frauen nachvollziehbar und sichtbar werden“, sagte Hilde Schaumberger, Leiterin des Evangelischen Kulturzentrums in Fresach, bei einer Pressekonferenz am 10. April in Klagenfurt. Das moderne Museum werde mit der Sonderausstellung 2014 jedenfalls aktiv das Frauenthema aufbereiten. „Wir wissen, dass auch die Kirchengeschichte in erster Linie von Männern für Männer geschrieben wurde. Vordergründig schafften es nur wenige Frauen, nachhaltig und namentlich in die Kirchengeschichte einzugehen. Aber die christliche Geschichte hat eine wesentliche weibliche Seite. Klug, mutig widerständig und kreativ waren Frauen in der Kirche, das wollen wir alles in der Sonderausstellung spüren“, so Schaumberger.

„Frauen haben von Anfang an Leben und Gestalt der christlichen Gemeinden und der Kirche wesentlich mitgeprägt und mitgestaltet. Jesus selber hat immer wieder gesellschaftliche Konventionen seiner Zeit durchbrochen und ganz selbstverständlich Frauen gleichwertig anerkannt und gleichberechtigt angenommen“, betonte Superintendent Manfred Sauer bei der Pressekonferenz. „In unserer Kirche war es ein langer und mühsamer Weg bis zur Gleichberechtigung.“ In der Ausstellung solle beispielhaft deutlich gemacht werden, welchen wichtigen Beitrag couragierte und engagierte Frauen im Kampf um Gleichberechtigung geleistet haben und immer noch leisten. Es solle darüber hinaus ersichtlich werden, welche wichtigen Impulse und nachhaltigen Initiativen von Frauen in unserer Kirche ausgegangen sind und noch immer ausgehen, unterstrich Sauer. „Die Ausstellung soll zur Diskussion anregen. Sie soll zum aktiven Widerstand ermutigen, wo wir heute immer noch Diskriminierung und Ungerechtigkeiten gegen Frauen erkennen und wahrnehmen. Sie soll ermutigen, gemeinsam weiter daran zu arbeiten, alternative Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.“

Die Sonderausstellung, die bis zum 31. Oktober 2014 zu sehen ist, wird von zahlreichen Begleitveranstaltungen umrahmt. Angefangen von Symposien der Evangelischen Akademie bis hin zu Kulturabenden.
Nähere Infos: www.evangelischeskulturzentrum.at

ISSN 2222-2464