Flüchtlingshelferin geht in den Ruhestand

Gertrude Hennefeld hat die Beratungsstelle in Traiskirchen mitbegründet – Chalupka: Charmante Liebenswürdigkeit mit konsequenter Durchsetzungskraft

Wien, 2. Juli 2003 (epd Ö) Dr. Gertrude Hennefeld, die sich im Auftrag der Evangelischen Kirche und des evangelischen Flüchtlingsdienstes der Diakonie fast 15 Jahre lang für die Rechte von Asylwerbern in Österreich eingesetzt hat, hat sich mit Dienstag, 1. Juli, in den Ruhestand zurückgezogen. Die Juristin und Ute-Bock-Preisträgerin für Zivilcourage 2002 hatte Ende der achtziger Jahre gemeinsam mit Pfarrerin Mag. Christine Hubka die heutige Beratungsstelle für Flüchtlinge in Traiskirchen aufgebaut und dort tausende AsylwerberInnen in Rechtsfragen betreut, so die Diakonie in einer Aussendung vom Montag.

„Gertrude Hennefeld vereint in sich eine große charmante Liebenswürdigkeit mit konsequenter Durchsetzungskraft, wenn es um jene geht, für die sie sich einsetzt: für Menschen in Not“, würdigte Diakonie-Direktor Mag. Michael Chalupka die Person und die Arbeit der engagierten Flüchtlingshelferin. Trotz so mancher Enttäuschung habe sich bei ihrem Einsatz für die Menschen, die in Österreich Schutz suchten, nicht erschüttern lassen.

Die Arbeit Hennefelds und ihrer MitarbeiterInnen trug auch dazu bei, dass Mitte 1994 der Evangelische Flüchtlingsdienst als Arbeitszweig der Diakonie ins Leben gerufen wurde. Die Beratungsstelle des Flüchtlingsdiensts besteht heute aus acht hauptamtlichen und vier ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, die in Traiskirchen und Wien sowohl Rechts- als auch Sozialberatung und Vermittlung von Notquartierplätzen für jene Flüchtlinge anbietet, die nicht in die Bundesbetreuung aufgenommen werden. Im Rahmen ihrer Tätigkeit war eines der wichtigsten Anliegen Hennefelds die staatliche Grundversorgung von AsylwerberInnen während ihres Verfahrens.

ISSN 2222-2464