Evangelische Gemeinden als „Salz der Erde“

Bei einer Pressekonferenz in Salzburg wurde das Jahr der Diakonie vorgestellt. v.r.: Diakonie-Referentin Brigitte Leister, Superintendent Olivier Dantine, Bischof Michael Bünker und Pfarrer Tilmann Knopf. (Foto: epdÖ/M. Uschmann)
Bei einer Pressekonferenz in Salzburg wurde das Jahr der Diakonie vorgestellt. v.r.: Diakonie-Referentin Brigitte Leister, Superintendent Olivier Dantine, Bischof Michael Bünker und Pfarrer Tilmann Knopf. (Foto: epdÖ/M. Uschmann)

Auftakt zum „Jahr der Diakonie 2013“ in Salzburg

Salzburg (epdÖ) – „Als Minderheitenkirche wollen wir bewusst nicht der Versuchung erliegen, uns auf uns selbst zu beschränken“, erklärte der evangelische Superintendent Olivier Dantine bei einer Pressekonferenz zum Auftakt des Diakonie-Jahrs 2013 der Evangelischen Kirchen in Österreich am 12. März in Salzburg. Die Evangelische Kirche wolle bewusst nicht nur für die eigenen Mitglieder da sein, als „Salz der Erde“ würden die Pfarrgemeinden aktiv dazu beitragen, das Leben in der Gesellschaft für alle lebenswerter zu machen. Superintendent Dantine erinnerte daran, dass bereits in den vergangenen Jahrhunderten die Grundlagen diakonischer Arbeit in Salzburg gelegt wurden. Neben dem Diakonischen Zentrum in Aigen, das auf eine lange Tradition zurückblicken kann, gäbe es auch neue Projekte in der Diözese, etwa die Zusammenarbeit der drei Pfarrgemeinden in Salzburg-Stadt. „Christlicher Glaube ist der Welt zugewandt und vor allem den Menschen, die unsere Hilfe brauchen“, sagte Dantine über die Motive evangelischer Christinnen und Christen, sich für Mitmenschen einzusetzen. In den Pfarrgemeinden sei viel Engagement zu finden, gerade auch durch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Von ihrer Arbeit als Diakonie- und Sozialreferentin berichtete Brigitte Leister, die für die drei evangelischen Pfarrgemeinden der Stadt Salzburg hauptamtlich diakonisch arbeitet. „Meine drei großen Hauptaufgaben sind Sozialarbeit, Betreuung ehrenamtlicher MitarbeiterInnen und die Seniorenarbeit“, so Leister. „Für mich ist die diakonische Arbeit unserer Pfarrgemeinden sehr wichtig, und ich könnte die vielfältigen Arbeitsgebiete ohne ehrenamtliche Unterstützung nicht bewältigen.“ Rund 150 bis 200 Menschen im Jahr würden bei ihr und ihrem Team Hilfe suchen, darunter viele obdachlose Menschen, AlleinerzieherInnen, Menschen mit psychischen Krankheiten, Alleinstehende aber auch ältere Menschen in Not. Obwohl die Zusammenarbeit mit den offiziellen Stellen in Stadt und Land gut funktioniere, kritisiert sie die aktuelle Debatte um ein Bettelverbot an bestimmten Stellen in der Stadt Salzburg. „Leider verschließt, aus meiner persönlichen Sicht, unsere Gesellschaft sehr gerne die Augen vor der Armut vor unserer eigenen Haustüre – die Armut in unserer offensichtlich so reichen Stadt Salzburg. Wir verurteilen Menschen in Not und kennen ihre Geschichten nicht“, betonte Leister.

„Christliche Gemeinden bieten Anlaufstellen für Hilfesuchende, sie bieten Netze des Zusammenhalts, sie bieten Räume der Begegnung in gegenseitigem Geben und Nehmen, in Respekt und Achtung voreinander“, erklärte Bischof Michael Bünker. Insofern würden die evangelischen Pfarrgemeinden einen wichtigen Dienst für die Gesellschaft leisten und ihren Zusammenhalt fördern, zeigte sich Bünker überzeugt. Das Schwerpunktjahr Diakonie der Evangelischen Kirchen, das unter dem biblischen Motto „… dass es zu einem Ausgleich komme“ steht, soll dazu beitragen, die diakonische Arbeit in den evangelischen Pfarrgemeinden zu unterstützen und nach außen hin sichtbar zu machen.

ISSN 2222-2464