Eichmeyer: „Gott sieht das Herz an“

Oberösterreichische Superintendentialversammlung tagte in Bad Hall

Bad Hall, 21. April 2004 (epd Ö) „Es geht vor Gott nicht um imponierende Zahlen, so gerne wir sie hätten. Es geht nicht um Äußerlichkeiten, Gott sieht das Herz an“, sagte der oberösterreichische Superintendent Mag. Hansjörg Eichmeyer bei seinem Bericht über das Jahr 2003 auf der Superintendentialversammlung der Diözese Oberösterreich, die am 17. April in Bad Hall tagte. Eichmeyer erklärte, dass Leben für ihn „in Beziehung stehen“ bedeute, und demzufolge „Leben als Christ in Beziehung zu Gott und dem Nächsten stehen“ heiße. Als die „Kernaufgabe einer evangelischen Kirche“ nannte der Superintendent den Aufbau und die Gestaltung dieser Beziehung. Dies dürfe nicht „Selbstzweck“ sein, sondern geschehe, „um auch für andere, für die Welt in vielfältiger Form da zu sein“.

16 Pfarrgemeinden mit eigener Homepage

Aus den Gemeinden berichtete Eichmeyer, dass inzwischen 16 oberösterreichische Gemeinden eine eigene Homepage „mit interessanten und aktuellen Mitteilungen“ hätten. Etwa 17 Prozent der Gemeindeglieder würden sich von den Gemeindeangeboten ansprechen lassen. Diesbezüglich fragte Eichmeyer nach den verbleibenden ca. 80 Prozent und warnte vor einer Abwertung dieser eher gemeindefernen Kirchenglieder: „Wir müssen uns aber vor negativen Äußerungen ihnen gegenüber hüten und sie auch nicht lieblos als Weihnachts- oder Karfreitagschristen abqualifizieren.“ Man werde sich auch fragen müssen: „Erleben sie uns als zu wenig freundliche, zu wenig einladende Kirche?“

Beim Gemeindegottesdienst, dem „Zentrum des Gemeindelebens“ verzeichnete Eichmeyer einen Anstieg, zu dem besonders Familien- und Sondergottesdienste beigetragen hätten. An 38 Orten konnten in Kindergottesdiensten „mit durchschnittlich 11 Kindern“ insgesamt ca. 21.000 Kinder erreicht werden. Zudem wurden die Erfahrungen aus den Gemeinden bei der Einführung des kinderoffenen Abendmahls „als durchwegs positiv geschildert“, sagte Eichmeyer. Er äußerte auch seine Freude über die Jugendarbeit, die in ihren verschiedenen Veranstaltungen „insgesamt 52.000 Heranwachsende“ ansprechen konnte. 34 Pfarr- und Tochtergemeinden unterhalten ein eigenes Bildungswerk, während das Diözesanmuseum in Rutzenmoos im vergangenen Jahr „als 10.000. Besucher eine Maturaklasse aus Vöcklabruck begrüßen“ konnte.

Reiner: EU-Erweiterung bringt Freude über das neue Miteinander

Die am 1. Mai erfolgende EU-Erweiterung sprach Oberkirchenrätin Dr. Hannelore Reiner in ihrem Grußwort an. „Oberösterreich wird keine nördliche Grenze mit Grenzbalken mehr haben“, sagte Reiner und erinnerte an eine Pfarrertagung der Diözese Oberösterreich, die „bereits vor etlichen Jahren“ in der Hussitenkirche in Tschechien stattgefunden habe. Reiner dazu: „So wie wir hoffentlich 1968 mit den Geschwistern in Tschechien mitgelitten haben, so freuen wir uns heute mit über die offene Grenze und das neue Miteinander, auch über den wirtschaftlichen Aufschwung.“ Bezüglich der Personalentwicklung nannte die Oberkirchenrätin „eine ständig wachsende Zahl von Projektpfarrstellen, gerade auch in Oberösterreich“. Statt nach Personalveränderungen manche Pfarrstellen wieder zu 100 prozent zu besetzen, müsse für die jeweiligen Bereiche gefragt werden, ob nicht andere Lösungen sinnvoller wären. Erfreut zeigte sich die Personalreferentin im Oberkirchenrat über die positive Entwicklung des Projekts „Innviertel Neu“.

ISSN 2222-2464