Defereggen: Denkmal für vertriebene Protestanten

Einstimmiger Beschluss für Entwurf des Deferegger Bildhauers Georg Planer – Versöhnungsfeier am 20. Oktober

Innsbruck, 24. April 2002 (epd Ö) Die Gemeinden des Defereggentales sowie die evangelische und katholische Kirche werden den vertriebenen Deferegger Protestanten des 17. Jahrhunderts gemeinsam ein Denkmal setzen. Einen entsprechenden Beschluss hat die vom Innsbrucker Diözesanbischof Alois Kothgasser eingesetzte Kommission von Historikern, Heimatforschern, Gemeindevertretern und Seelsorgern bei einer Sitzung in St. Veit in Defereggen gefasst. Die Sitzung fand in einem jener Häuser statt, in dem sich vor rund 300 Jahren die Protestanten zu geheimen Versammlungen getroffen hatten.

Deferegger Künstler gestaltet Denkmal

Im Mittelpunkt der Beratungen unter der Leitung von Superintendent Manfred Sauer und Bischof Alois Kothgasser stand die Auftragsvergabe zur Gestaltung eines Denkmals. Die Wahl der Kommission fiel einstimmig auf einen Entwurf des Deferegger Bildhauers Georg Planer. Es handelt sich um ein rund sechs Meter langes und 1,5 Meter hohes Relief aus Gussbeton und Kupfer. Das neue Denkmal an der Kapelle des Ortsteils Bruggen wird bei einer Versöhnungsfeier am 20. Oktober enthüllt. Geplant ist dazu auch eine kleine Ausstellung, die das Leben der Protestanten im Defereggental des 17. Jahrhunderts dokumentiert.

Suche nach Nachfahren

An der Versöhnungsfeier werden auch Nachfahren der Vertriebenen teilnehmen. Alois Dissertori, der die Arbeit der Kommission wissenschaftlich begleitet, hat die Fluchtorte der Deferegger Protestanten in Süddeutschland (Augsburg, Ulm usw.) ausgeforscht. Mit Unterstützung lokaler Medien haben sich bisher rund 30 Nachfahren von Vertriebenen gemeldet. Wie viele davon aus dem Defereggental stammen, wird noch erhoben.

ISSN 2222-2464