Caritas und Diakonie mit Kardinal-König-Preis 2010 ausgezeichnet

Diakonie-Direktor Chalupka: „Es geht um das Leben der Menschen in Freiheit“

Wien (epd Ö) – „Wenn die Protestanten etwas in die Gesellschaft einbringen können, dann ist es die Betonung der Verschränkung von Freiheit und Verantwortung.“ Das erklärte der Direktor der Diakonie Österreich, Pfarrer Mag. Michael Chalupka, in seinen Dankesworten zur Verleihung des Kardinal-König-Preises 2010 der Kardinal-König-Stiftung an die Sozialorganisationen Diakonie und Caritas am 24. Juni im Festsaal des Erzbischöflichen Palais in Wien. „Caritas und Diakonie verstehen sich nicht als Sand im Getriebe der Republik, schon gar nicht als Stachel im Fleisch“, sagte Chalupka, es gehe jedoch „um das Leben der Menschen in Freiheit“ und „um ein Wort, das klar benennt, was die Werte einer Gesellschaft untergräbt“. Chalupka nannte in diesem Zusammenhang unter anderem die Diskussion um die österreichische Asylpolitik. Die Verleihung des Kardinal-König-Preises an Caritas und Diakonie bezeichnete der Diakonie-Direktor als einen „Prolog zur ökumenischen Durchdringung der Gesellschaft“.

Wie der Präsident der Caritas Franz Küberl zu Preisverleihung erklärte, sei es Aufgabe seiner Organisation, „unter den Menschen bekannt zu machen, dass die Menschen nicht nur vor Gott, sondern auch vor den Menschen gleich sind“. Die Caritas könne nicht schweigen, „sie muss über das reden, was sie erlebt“. Als „Tandem mit gemeinsamer Motivation im christlichen Glauben“ bezeichnete der Vizepräsident der Kardinal-König-Stiftung Heinz Nußbaumer die Organisationen Caritas und Diakonie. Miteinander seien beide „eine ganz enorme Kraft in unserem Land“, betonte Nußbaumer in seiner Laudatio an die Preisträger.

Je 10.000 Euro für Diakonie und Caritas

Der Präsident der Kardinal-König-Stiftung, Diözesanbischof Egon Kapellari, der den Preis in Höhe von je 10.000 Euro für Caritas und Diakonie an Chalupka und Küberl sowie an Diakonie-Präsident Roland Siegrist und Caritas-Direktor Michael Landau überreichte, hob hervor, der Preis sei „ein symbolischer Dank an alle Frauen und Männer, die an diesen Werken der Kirchen mitarbeiten“. Dass sich die Aufgaben der Zukunft „nur in gelebter Verantwortung“ bewältigen lassen, unterstrich Landau nach der Preisverleihung in seinem Vortrag „Persönliche Erinnerungen an Kardinal König“. Schon Kardinal König habe „in einem weiten Horizont“ gelebt.

Musikalisch gestaltet wurde die feierliche Preisübergabe, bei der auch ein vom ORF-Journalisten Marcus Marschalek gestalteter Film über die Arbeit von Diakonie und Caritas präsentiert wurde, von der Musikgruppe „Klangschale“ des Diakoniewerks Gallneukirchen.

Der Kardinal-König-Preis wird seit 1991 von der vom ehemaligen Wiener Erzbischof Kardinal Franz König gegründeten Stiftung „Communio et Progressio – Neue Hoffnung für den Donauraum“ (Kardinal-König-Stiftung) verliehen. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten und Institutionen, die einen Beitrag zur Bewältigung der weltweiten Probleme auf dem Gebiet der Meinungs- und Gewissensfreiheit, der Gerechtigkeit, des Friedens und der Bewahrung der Schöpfung leisten.

ISSN 2222-2464