Bischof Bünker ruft zum Umdenken auf

Konkurrenz und Kampf haben die Welt „an die Wand gefahren“

Wien (epd Ö) – „Wir können es uns nicht leisten, ohne Hoffnung auf einen grundlegenden Wandel ins neue Jahr, in die Zukunft zu gehen.“ Das erklärte der lutherische Bischof Michael Bünker in seinem „Wort zum Neujahrstag“ am 1. Jänner auf ORF 2. Vor dem Johann-Strauß-Denkmal im Wiener Stadtpark sagte der Bischof, am Abend des ersten Tages des neuen Jahres seien der Donauwalzer verklungen und die Walzerseligkeit verflogen, für das Jahr 2009 seien Krisen prognostiziert.

„Christliche Hoffnung“, so Bünker, „verschließt nicht die Augen vor der Realität. Deswegen sind es gerade die christlichen Hilfsorganisationen, die sich kompromisslos für die Notleidenden bei uns einsetzen. Im evangelischen Bereich ist es die Diakonie, die nicht müde wird, auf das untragbare Schicksal von Flüchtlingen und Asylsuchenden bei uns hinzuweisen. Es kann einfach nicht sein, dass in der Krise gerade die zu Opfern werden, die unseren Schutz und unsere Hilfe in besonderer Weise brauchen.“

Der „Weg von Konkurrenz und Kampf“ ist nach Bünker an sein Ende gekommen, „er hat die Welt an die Wand gefahren“. Ohne Umdenken sei christliche Hoffnung nicht zu haben: „Von Kampf und Konkurrenz müssen wir uns verabschieden und umdenken auf Barmherzigkeit, Fürsorge und Liebe als Prinzipien des Lebens.“ Bünker sprach von den „kleinen Hoffnungen“ der Hilfestellung im privaten Bereich und im Rahmen von Pfarrgemeinden. Es sei „gut für die Christen und ChristInnen in unserem Land, sich auf diese kleinen Hoffnungen zu verlassen“.

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ISSN 2222-2464