Auszeichnung des Landes Kärnten für Superintendent Sauer

Landeshauptmann Peter Kaiser überreicht Superintendent Manfred Sauer den Landesorden. Foto: epd/Uschmann
Landeshauptmann Peter Kaiser überreicht Superintendent Manfred Sauer den Landesorden. Foto: epd/Uschmann

Evangelische Kirche ehrt Landesarchiv-Direktor Wilhelm Wadl

Fresach, 23. November 2013 (epdÖ) – Mit dem Kärntner Landesorden in Silber ist am Samstag, 23. November, der Superintendent der evangelischen Diözese Kärnten-Osttirol, Manfred Sauer, ausgezeichnet worden.
„Diese Auszeichnung ist eine Würdigung für das Zusammenleben in einem Land. Und dieses Zusammenleben wird zunehmend besser,“ sagte Landeshauptmann Peter Kaiser,  der den Orden im Rahmen eines Festakts in der Evangelischen Kirche in Fresach überreichte. Es brauche gefestigte Charaktere, die in der Gesellschaft Orientierung geben. Dies sei eine der wichtigen Aufgaben, die Kirche und Politik zu erfüllen hätten.

„Kirche und Staat sind getrennt, und das ist gut so“, sagte Bischof Michael Bünker bei dem Festakt. „Zugleich aber gehören Religion und Politik zusammen, weil sie sich beide mit dem befassen, was die Menschen bewegt.“  Das gelte gerade auch für Minderheiten, damit diese sich partizipatorisch in die Gesellschaft einbringen können. Landeshauptmann Kaiser habe „viel getan“ für die Evangelischen, „und dafür möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken. Ich bitte aber auch, wahrzunehmen, was die rund 50.000 Evangelischen hier in Kärnten leisten, gerade auch für die Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen.“ Er selber habe sich gerade bei der Visitation der Diözese Kärnten davon überzeugen können, welche „großartige Arbeit“ hier geleistet werde.

Superintendentialkuratorin Heli Thelesklaf, die höchste weltliche Repräsentantin der Diözese, sprach in ihrer Laudatio von einer „besonderen Auszeichnung für einen besonderen Menschen“. Für Manfred Sauer sei es immer wichtig, „dass die evangelische Stimme im kritischen Diskurs unserer Gesellschaft“ gehört werde, vor allem gelte es wachsam zu sein, wenn die Würde des Menschen angegriffen werde. So habe sich Sauer immer wieder für bereits integrierte, jedoch von der Abschiebung bedrohte Familien eingesetzt. Thelesklaf würdigte Sauers Engagement im seelsorgerischen und humanitären Bereich, aber auch sein Interesse für Kunst und Kultur und seinen Einsatz in der Bildungsarbeit. Als Impulsgeber sei er auch maßgeblich für die erfolgreiche Kärntner Landesausstellung 2011 in Fresach verantwortlich, die sich mit der Geschichte der Evangelischen beschäftigt hat. Sauer sei ein „großer Unterstützer“ der vielen Ehrenamtlichen und ein „Brückenbauer, dem vor allem die Ökumene ein besonderes Herzensanliegen ist“. Ebenso genieße Sauer hohes Ansehen bei der slowenischen Volksgruppe, weil er sich stets für eine Förderung der Minderheitenrechte eingesetzt habe, sagte Thelesklaf.

Die hohe Auszeichnung verstehe er auch als Zeichen der Wertschätzung aller Engagierten in der Evangelischen Kirche in Kärnten, die versuchten, mit der Botschaft des Evangeliums zu einer sozial gerechteren Gesellschaft beizutragen, so der Superintendent in seinen Dankesworten. Sauer sprach dabei von einer Gesellschaft, „die keine Angst vor dem Fremden und den Fremden hat, sondern die gastfreundlich und weltoffen ist“. Die Auszeichnung sei auch eine Ermutigung, „weiter im offenen Dialog“ zu bleiben.

Im Rahmen des Festakts ehrte die Evangelische Kirche den Leiter des Kärntner Landesarchivs, Wilhelm Wadl. Die „kirchliche Auszeichnung in Gold“ überreichte dabei der Präsident der Synode, Peter Krömer, und dankte für Wadls besondere Verdienste um die Landesausstellung in Fresach. Diese Ausstellung habe nicht nur „hohe Bedeutung“ für die Evangelischen gehabt, sondern sei auch als „großes Signal“ weit über Kärnten hinaus wahrgenommen worden, betonte der Synodenpräsident. Von einer „Ausstellung der Superlative“ sprach Ministerialrat Karl Schwarz in seiner Laudatio auf Wilhelm Wadl. Die Ausstellung, die 70.000 Besucher verzeichnete, habe „den Protestantismus in diesem Land zu einem bisher einzigartigen Ereignis“ gemacht, ihn in die „Auslage des Landes“ gestellt und auch der katholischen Mehrheitsbevölkerung vor Augen geführt, wie sich der Protestantismus selbst verstehe. Dabei habe der Historiker Wadl „glänzend Regie geführt“, unterstrich der Ministerialrat. Der Katholik Wadl habe dabei nicht nur seine Kompetenz in der Geschichte des Protestantismus bewiesen, sondern sei ihm „gleichsam per Du begegnet“.

Heute leben in der Diözese Kärnten-Osttirol rund 52.000 Evangelische in 33 Pfarrgemeinden. Manfred Sauer (53) ist seit 2002 Superintendent, heuer wurde er für eine weitere 12-jährige Amtsperiode wiedergewählt. Sauers Frau Renate ist Pfarrerin in Agoritschach-Arnoldstein, gemeinsam haben sie vier Kinder.

ISSN 2222-2464