Anglikanischer Bischof unternimmt 36-Stunden-Bahnfahrt nach Sibiu

Wien/London (epd Ö) – Mit einem Appell zum Bahnfahren hat der Londoner anglikanische Bischof Richard Chartres – die „Nummer drei“ in der anglikanischen Hierarchie – die ökumenische englische Delegation für die bevorstehende Dritte Europäische Ökumenische Versammlung (EÖV3) in Sibiu/Hermannstadt (Rumänien) vorgestellt. Die Delegation unter seiner Führung werde geschlossen von London mit der Bahn am 4. September nach Sibiu/Hermannstadt reisen, sagte Chartres. Englische Zeitungen berichteten unter dem Titel „To Romania by rail: a bishop’s green example“ (Nach Rumänien mit der Bahn: das grüne Beispiel eines Bischofs). Die Reise dauert ohne Verspätung 36 Stunden. Der anglikanische Bischof betonte, er habe ein Versprechen abgegeben, dass er zwölf Monate lang kein Flugzeug benützen werde. Fliegen sei vor dem Hintergrund der dramatischen Symptome des Klimawandels „potenziell ein Symptom der Sünde“.

Zahlreiche andere Delegationen für Sibiu/Hermannstadt verzichten ebenfalls auf die Benützung des Flugzeugs zur Anreise und nehmen sich damit einen Appell der Veranstalter zu Herzen. Auch die österreichische Delegation, angeführt vom Vorsitzenden des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Bischof Herwig Sturm, nimmt eine 15-stündige Bahnfahrt in Kauf. Der Nachtzug „Dacia“ Richtung Bukarest fährt um 20.03 Uhr am Wiener Westbahnhof ab und kommt um 6.56 Uhr in Simeria an. Dort heißt es eineinhalb Stunden warten; der Anschlusszug kommt um 10.44 Uhr in Sibiu an.

ISSN 2222-2464