Amtseinführung ehrenamtlicher Gefängnisseelsorgerinnen

Zwei neue ehrenamtliche evangelische Seelsorgerinnen kümmern sich um die Gefangenen in den Wiener Justizanstalten. Foto: Peter Reinäcker/pixelio.de
Zwei neue ehrenamtliche evangelische Seelsorgerinnen kümmern sich um die Gefangenen in den Wiener Justizanstalten. Foto: Peter Reinäcker/pixelio.de

Christine Hubka und Karin Koller verstärken Seelsorge-Team

Wien (epdÖ) – „Gefängnisseelsorgerinnen sind für die Gefangenen, die Haftentlassenen, die Bediensteten und auch für alle ihre Angehörigen da.“ Das betonte Superintendentialkuratorin Inge Troch am 11. Dezember, dem dritten Adventsonntag, in der Markuskirche in Wien-Ottakring im Rahmen der Amtseinführung zweier neuer ehrenamtlicher evangelischer Seelsorgerinnen, die nun regelmäßig in den Justizanstalten Wiens wirken. Mit Christine Hubka als pensionierter Pfarrerin und Karin Koller sind neben der langjährigen Mitarbeiterin Christine Istler nun zwei weitere Frauen beauftragt, die bereits zuvor in ihrer kirchlichen Arbeit das Engagement für sozial Benachteiligte und Randgruppen unter Beweis gestellt haben und nach entsprechender Vorbereitung nun auch Untersuchungs- und Strafgefangene begleiten.

Als Grundvoraussetzung zur Beauftragung nannte im Segnungsgottesdienst der hauptamtliche Gefängnisseelsorger Matthias Geist „die Bereitschaft, in jedem Menschen das Ebenbild Gottes zu sehen, Gespräche auf Augenhöhe zu führen und oft einfach nur da zu sein, wo es keine Worte mehr gibt“. In ihrer Predigt forderte Pfarrerin Christine Hubka dazu auf, Straftätern vorurteilsfrei zu begegnen, und fragte die Gemeinde, ob sie bereit sei, „jemanden, der aus der Haft entlassen wurde, anzufassen, ihm oder ihr die Hand zum Gruß zu geben, ohne sie sich anschließend heimlich an der Hose abzuwischen“. Ein Umgang mit schuldig Gewordenen dürfe sich nicht von Hafterfahrung und Delikt leiten lassen.

In einem Schreiben an die neuen Seelsorgerinnen hat das Bundesministerium für Justiz – der für den Strafvollzug Verantwortliche Leitende Staatsanwalt Gerhard Nogratnig nahm auch an der Amtseinführung teil – ausdrücklich die Tätigkeit von Ehrenamtlichen im Jahr der Freiwilligen gewürdigt. Mit speziellem Dank bedachte das Bundesministerium für Justiz auch Christine Istler, die ihre Zeit und Kompetenzen für die Gefangenen bereits seit acht Jahren in der Justizanstalt Wien-Josefstadt einsetzt.

ISSN 2222-2464