25.09.2023

20 Jahre ökumenisches „Sozialwort“

Kirchen schreiben mit neuer Impuls-Reihe wegweisendes Dokument fort

In der Christuskirche Innsbruck fand der Auftakt zur Impuls-Reihe „Sozialwort 20+“ statt. (Foto: Geißelbrecht)

Kirchen schreiben mit neuer Impuls-Reihe wegweisendes Dokument fort

Wien (epdÖ) – Vor 20 Jahren haben die Kirchen in Österreich mit dem „Sozialwort“ ein wegweisendes ökumenisches Dokument veröffentlicht, das den gesellschaftspolitischen Auftrag der Kirchen auf der Basis des gemeinsamen Glaubens deutlich machte. Jetzt soll das Sozialwort mit neuen Impulsen fortgeschrieben werden. Dazu startete der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) vor kurzem die neue Impuls-Reihe „Sozialwort 20+“.

In Gottesdiensten in ganz Österreich sollen in den kommenden Monaten Gäste aus jeweils anderen Kirchen kurze aktuelle Impulse zu wesentlichen Themen des „Sozialworts“ geben bzw. auch bisher noch fehlende aktuelle Themen aufgreifen. Welche Inhalte des „Sozialworts“ sind bleibend gültig? Wo haben sich zugleich gesellschaftlich oder kirchlich in Österreich oder international neue Entwicklungen ergeben, die zu bedenken sind? Welche Themenbereiche fehlen im „Sozialwort“ und müssen neu geschrieben werden? – Das sind die Grundfragen hinter dem neuen Projekt.

Der Auftakt fand am vergangenen Sonntag, 24. September, in der Christuskirche in Innsbruck (Martin-Luther-Platz) statt. Im Gottesdienst, der von Pfarrerin Silke Dantine geleitet wurde, sprach der katholische Theologe Wilhelm Guggenberger zum Thema „Schöpfung“. Unter den anwesenden Gästen war auch Olivier Dantine, Superintendent der Diözese Salzburg/Tirol. Am 31. Oktober, dem Reformationstag, gibt der Direktor der Katholischen Sozialakademie Österreichs, Markus Schlagnitweit, in der Linzer Martin-Luther-Kirche einen Impuls zum Themenbereich „Wirtschaft“. Am 26. November spricht der frühere evangelische Bischof Michael Bünker in der methodistischen Kirche in Wien zum Thema „Europa“. Zahlreiche weitere Impuls-Termine sind in Vorbereitung.

Das Projekt ist zumindest bis zur nächsten Gebetswoche für die Einheit der Christen (18. bis 25. Jänner 2024) anberaumt. Die gesammelten Impulse sollen abschließend in einer Broschüre gemeinsam mit einigen begleitenden Aufsätzen von Theologinnen und Theologen und anderen Expertinnen und Experten veröffentlicht werden.

„Kompass“ für Kirchen und Gesellschaft

Am 1. Adventsonntag 2003 veröffentlichte der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) das gemeinsam erarbeitete „Sozialwort“. Es wurde von allen damaligen ÖRKÖ-Mitgliedskirchen unterzeichnet und war zuvor in einem vierjährigen Prozess mit mehr als tausend Einzelpersonen, gut 100 Organisationen und einem großen Team der damaligen Katholischen Sozialakademie erstellt worden. Es war als „Kompass“ für die Kirchen und die Gesellschaft gedacht. Die großen Themenblöcke waren Bildung, Medien, Sozialer Zusammenhalt, Lebensräume Land/Stadt/Europa, Arbeit, Wirtschaft, Soziale Sicherheit, Frieden, Gerechtigkeit sowie Schöpfungsverantwortung und Nachhaltigkeit.

Rund zehn Jahre später wurden die Impulse des Sozialworts aufgegriffen und weiterentwickelt. Dazu wurde der einjährige Prozess „Sozialwort 10+“ begonnen, der wieder federführend von der Sozialakademie durchgeführt wurde. Ergebnis war die Broschüre „Solidarische Gemeinde“, wo es zu unterschiedlichen Themenfeldern Praxistipps gibt. Detaillierte Informationen aus der 20-jährigen Tätigkeit sowie eine Downloadmöglichkeit der Broschüren sind über die Website des ÖRKÖ www.oekumene.at abrufbar.

ISSN 2222-2464

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Schlagworte

Soziales | Innsbruck | ÖRKÖ | Ökumene

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