12 Apfelbäumchen für ein klares Wort

In Wien pflanzten Bischof Michael Bünker und Reinhart Guib, der Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, ein Apfelbäumchen als Zeichen der Hoffnung. Foto: epd/T. Dasek
In Wien pflanzten Bischof Michael Bünker und Reinhart Guib, der Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, ein Apfelbäumchen als Zeichen der Hoffnung. Foto: epd/T. Dasek

Projekt der rumänischen Evangelischen Kirche in Wien

Wien (epdÖ) – Im Jahr des Reformationsjubiläums will die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien mit einem besonderen Projekt auf die europäische Dimension der Reformation in Siebenbürgen aufmerksam machen. „12 Apfelbäumchen für ein klares Wort“ – so der Titel des Projekts – sollen in Siebenbürgen und an europäischen Orten ein „Zeichen der Hoffnung für morgen setzen“, sagte Bischof Reinhart Guib. Am Dienstagabend, 3. Oktober, war eine Delegation aus Siebenbürgen im Evangelischen Zentrum in Wien. Gemeinsam mit Bischof Michael Bünker und Vertretern der Siebenbürger Sachsen in Österreich pflanzte Guib das Apfelbäumchen im Garten des Evangelischen Zentrums, auch, wie Guib betonte, als Zeichen der „Freundschaft und Verbundenheit“.

In Wien stand der Besuch unter dem Schwerpunkt Bildung. So erinnerte ein Vortrag von Ministerialrat Karl Schwarz an das Wirken des aus Kronstadt stammenden Humanisten und Universalgelehrten Johannes Honterus, der um 1520 in Wien studierte und hier die Frühzeit der Reformation erlebte. Seine Kosmographie erlebte später 70 Auflagen, der, wie Schwarz erklärte, „größte Bucherfolg eines siebenbürgisch-sächsischen Autors“.

Auf den engen Zusammenhang zwischen Reformation und Bildung wies Bischof Michael Bünker hin: Christlicher Glaube ohne Bildung sei für Luther ebenso wie für Honterus „undenkbar“. Glaube verlange von sich aus nach Bildung, daher habe die Reformation auch den Bildungsanspruch in den Vordergrund gestellt. Diese Bildung für alle sei nach wie vor wichtiges Erbe der Reformation, denn „Bildung darf uns nicht zu teuer sein“, unterstrich der Bischof.

Auch der Botschafter Rumäniens in Wien, Bogdan Mazuru, nahm an der kleinen Feier teil. Die Reformation, so Mazuru, habe mit ihrer klaren Botschaft wichtige Impulse für Freiheit und Bildung geliefert und bahnbrechende „Veränderungen zum Guten“ in der Gesellschaft bewirkt.

Nach dem Besuch in Wien ging es für die siebenbürgische Delegation weiter nach Augsburg. Erste Station des Reformationsprojekts war Ljubljana (Slowenien), einbezogen sind auch Hermannstadt, Kronstadt, Mediasch, Turda und Klausenburg in Rumänien, Krakau (Polen), Wittenberg (Deutschland), Krupina (Slowakei) und Basel in der Schweiz.

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ISSN 2222-2464