Zahl der europäischen Reformationsstädte wächst

Schon lange vor der Reformation im 16. Jahrhundert gab es in Europa kirchliche Reformbewegungen - so etwa die Waldenser, die in der nunmehrigen Reformationsstadt Steyr besonders zahlreich vertreten waren. (Foto: wikimedia)
Schon lange vor der Reformation im 16. Jahrhundert gab es in Europa kirchliche Reformbewegungen – so etwa die Waldenser, die in der nunmehrigen Reformationsstadt Steyr besonders zahlreich vertreten waren. (Foto: wikimedia)

Bereits 36 Städte nehmen am Projekt teil

Wien (epdÖ) – Das Projekt „Reformationsstädte Europas“ der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) ist auf drei Dutzend teilnehmende Kommunen in acht Ländern angewachsen.

Rechtzeitig zum Gedenken an den Feuertod von Jan Hus am 6. Juli 1415 wurde der begehrte Titel an Konstanz verliehen. Auch Melanchthons Geburtsort Bretten und die Universitätsstadt Heidelberg sind seit kurzem „Reformationsstadt Europas“. Mit Graz, Klagenfurt, Steyr, Villach und Wien sind derzeit fünf Städte aus Österreich dabei, Debrecen ist bereits die zweite teilnehmende Kommune in Ungarn. Die deutschen Städte Schmalkalden und Wertheim stießen noch vor dem Sommer dazu, weitere Bewerbungen sind angekündigt.

„Bei dieser bereits jetzt so großen Zahl an teilnehmenden Städten – das 500. Reformationsjubiläum beginnt ja erst 2017 – kommt der Netzwerkarbeit besondere Bedeutung zu“, betont der Generalsekretär der GEKE, Bischof Michael Bünker. Es gelte, die Kontakte zu den Städten und Institutionen, aber auch und gerade zwischen diesen herzustellen und zu pflegen. „Unsere Aufgabe ist es, die Städte bei der Vermarktung ihres vielfältigen Angebots rund um das Reformationsjubiläum bestmöglich zu unterstützen und es einem breiten Publikum zugänglich zu machen.“ Als Beispiel nennt Bünker zwei der „Reformationsstädte Europas“, die die Titelvergabe durch die GEKE zum Anlass nehmen, auf ihre Aktivitäten zum Reformationsjubiläum aufmerksam zu machen: Anfang Juli erhielt Torgau die Urkunde im Rahmen des Katharina-Tages überreicht, Bretten nimmt sie in Kürze in der Europäischen Melanchthon-Akademie entgegen.

Ab sofort steht den teilnehmenden Städten auch ein Image-Film zur Präsentation bei einschlägigen Veranstaltungen zur Verfügung. Im Auftrag der GEKE setzte der Weimarer Designer Michael Geyersbach das Thema „Reformationsstadt“ künstlerisch in Szene. Es entstanden fünf Filmminuten voll mit bildgewaltigen Anspielungen, Zitaten und Symbolen – unterlegt mit überraschenden Musikstücken, aber ohne Text und somit international einsetzbar.

„Dass die Internet-Seite des Städteprojekts, www.reformation-cities.org, schon jetzt so intensiv genützt wird, liegt nicht zuletzt daran, dass sie in drei Sprachen (D/E/F) online ist“, meint Bünker. Zuletzt kam über die Städte-Seite sogar eine Anfrage aus Dallas/Texas – von einer vierzigköpfigen Reisegruppe, die 2017 Reformationsstädte im Donauraum besuchen will.

ISSN 2222-2464