Ulrich Trinks verstorben

Bünker: „Werden seine Kritik vermissen“

Wien (epd Ö) – Der langjährige Leiter der Evangelischen Akademie Wien, Prof. Dr. Ulrich Trinks, ist am Donnerstag, 29. Mai, in Wien verstorben. Trinks, der 1930 in Braunschweig geboren wurde, war von 1956 bis 1966 Generalsekretär der Evangelischen Studentengemeinde in Österreich, von 1962 bis 1993 leitete er die Evangelische Akademie Wien.

In einer ersten Reaktion gegenüber epd Ö würdigte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker das Lebenswerk des Historikers. Als Kritiker der Kirchenleitung, in seiner „prophetischen Funktion“, habe Trinks Grundlinien für die evangelische Kirche gelegt. „Wofür er früher angefeindet wurde, das ist heute für die Kirche in vielen Bereichen verbindlich“, sagte Bünker, „wir werden seine Kritik vermissen.“ Trinks habe immer wieder das Element der Laien und des Ehrenamtes in der evangelischen Kirche gestärkt und sei gegen jegliche Klerikalisierung aufgetreten. Früh habe Trinks die Relevanz des Glaubens und des Evangeliums für die Gesellschaft und umgekehrt die Bedeutung der gesellschaftlichen Entwicklungen für den Glauben erkannt. In diesem wechselseitigen, spannungsvollen Verhältnis sei Trinks immer wieder dafür gestanden, „Konflikte zu leben“. Neben seinem bedeutenden Anteil am Aufbau evangelischer Erwachsenenbildung in Österreich habe sich Trinks auch in der Entwicklungszusammenarbeit engagiert und sei immer wieder gegen Antisemitismus aufgetreten. Als „begeisterter“ Historiker habe Trinks auch maßgeblichen Anteil an der Aufarbeitung der Geschichte der Evangelischen Kirche in Österreich.

An sein Engagement im christlich-jüdischen Dialog erinnerte die Direktorin der Evangelischen Akademie Wien, Mag. Waltraut Kovacic. „Die Evangelische Akademie ist noch immer mit dem Namen Trinks verbunden“, so Kovacic. Unter dem Titel „Herausgesagt“ ist im Vorjahr ein Buch der Akademie mit den Lebenserinnerungen von Ulrich Trinks erschienen.

Das Begräbnis von Prof. Dr. Ulrich Trinks ist am Dienstag, 10. Juni, um 12 Uhr im Evangeli-schen Friedhof Simmering.

ISSN 2222-2464