„Tschernobyl ist Mahnmal für die Grenzen technischer Machbarkeit“

Stellungnahme der Evangelischen Kirche A.u.H.B. zum 20. Jahrestag des Reaktorunfalls

Wien (epd Ö) Einen Appell, „weiterhin und verstärkt für den Ausstieg aus der Kernenergie einzutreten“, hat die Evangelische Kirche A. und H.B. an die österreichische Bundesregierung gerichtet. In einer am 25. April veröffentlichten Stellungnahme zum 20. Jahrestag des Reaktorunfalls von Tschernobyl am 26. April wird darauf aufmerksam gemacht, dass es die laufende EU-Ratspräsidentschaft ermögliche, „dass Österreich für eine nachhaltige umwelt- und generationengerechte Umweltpolitik eintritt“.

In dem Schreiben, das vom lutherischen Bischof Mag. Herwig Sturm und vom reformierten Landessuperintendenten Mag. Wolfram Neumann unterzeichnet ist und Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel sowie Umweltminister Josef Pröll zugesandt wurde, wird festgehalten: „Wir setzen uns als Kirche dafür ein, dass ungenutzte Energiesparpotentiale verwendet werden, um den Energieverbrauch zu verringern. Jeder und jede von uns ist gefordert, Zukunftsverantwortung zu übernehmen und den eigenen Lebensstil umwelt- und klimaschonend auszurichten.“

Gedacht wird in der Stellungnahme der 70 000 Toten, die an den Folgen der Reaktorkatastrophe verstorben sind, sowie an die zahlreichen Menschen, die mit Erbgutschäden und Behinderungen zur Welt gekommen sind. Betont wird auch: „Wir sehen mit Sorge, dass Böden und Gewässer auf unbestimmte Zeit verseucht wurden und so auch zukünftige Generationen gefährdet sein werden. Tschernobyl ist zum Mahnmal für die Grenzen technischer Machbarkeit geworden.“

Erinnert wird in der Stellungnahme „an die Verantwortung, die wir vor Gott für Mensch und Natur tragen“. Dieser Verantwortung könne nur entsprochen werden, „wenn wir auf Techniken verzichten, die zu unüberschaubaren und irreversiblen Folgeschäden führen“.

ISSN 2222-2464